03.12.2011, 13:14 Uhr
Hier führt Tino Edelmann das Spitzentrio noch an. Später aber wird ihn Haavard Klemetsen (Nummer 2) abhängen. (Quelle: dpa)
Vize-Weltmeister Tino Edelmann hat beim Weltcup im norwegischen Lillehammer seine Führung im Gesamt-Weltcup der Nordischen Kombination verteidigt. Nach der erneuten Absage des Sprungdurchgangs und zehn Kilometern in der Loipe musste sich der beste Deutsche aber dem Einheimischen Havard Klemetsen und dem Italiener Alessandro Pittin geschlagen geben. Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Fabian Riessle auf den Rängen sechs bis acht machten die DSV-Equipe zur stärksten des Tages.
Auf Klemetsen, der nach 27:44,40 Minuten seinen ersten Weltcup-Sieg bejubelte, fehlten Edelmann schließlich 8,6 Sekunden. Pittin unterlag Klemetsen im Schlussspurt gar nur um zwei Zehntelsekunden.
Dass beide von Edelmanns Vorarbeit profitierten, stieß dem Geschlagenen sauer auf: "Diesmal ärgere ich mich schon", sagte Edelmann. "Ich habe die ganze Arbeit alleine gemacht. Der Klemetsen hat mir fast zehn Kilometer hinten auf die Stöcke getreten und ist dann vorbei. Ein Zeichen der Hilfsbereitschaft hätte ich mir schon erwartet." Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und nassem Neuschnee spielte Edelmann an der Spitze quasi den Schneepflug. "Wenn man so lange vorne ist, dann will man den Sieg auch nach Hause bringen. Tino hätte es heute verdient gehabt", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.
Stephan Keppler hat beim Super-G im amerikanischen Beaver Creek das beste Speedresultat dieser Weltcup-Saison für das deutsche Team erreicht. Der Skirennfahrer kam beim überraschenden Sieg von Sandro Viletta auf den 15. Rang. Für den Schweizer war es das erste Podest seiner Karriere, er setzte sich vor dem norwegischen Olympiasieger Aksel Lund Svindal durch. Dem Gewinner des ersten Super-G in Lake Louise fehlten 0,20 Sekunden zum erneuten Erfolg. Dritter wurde Vilettas Landsmann Beat Feuz.
Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein verpasste beim Eisschnelllauf-Weltcup in Heerenveen eine erneute Überraschung. Nachdem sie tags zuvor über die 5000 Meter nur Weltmeisterin Martina Sablikova den Vortritt hatte lassen müssen, landete die 39-Jährige über die 1500-Meter-Distanz in 1:58,35 nur auf dem 13. Rang. Den Tagessieg sicherte sich Gesamtweltcup-Titelverteidigerin Christine Nesbitt aus Kanada (1:55,68) mit deutlichem Vorsprung vor Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden (1:57,15) und der Russin Jekaterina Schichowa (1:57,17). In die Top 10 schaffte es dagegen die zweite deutsche Starterin Monique Angermüller. Die 27-Jährige zeigte sich nach dem verkorksten Wochenende im kasachischen Astana stark verbessert und kam in guten 1:57,67 auf den siebten Platz. Bei den Herren gab es über die 10.000 Meter einen heimischen Dreifach-Erfolg. Es gewann Jorrit Bergsma (12:50,33 Minuten) vor Weltmeister Bob de Jong (12:55,11) und Bob de Vries (13:03,41). Moritz Geisreiter (13:17,24) belegte den zehnten Platz im Zwölfer-Feld.
Ohne deutsche Beteiligung gingen am Rheinufer in Düsseldorf die Finalläufe im Sprint-Wettbewerb der Langläufer über die Bühne. Kikkan Randall aus den USA und der Norweger Ola Vigen Hattestad sicherten sich die Siege bei den Damen und den Herren. Im Finale der Damen setzte sich Randall vor der Russin Natalja Matwejewa und Laurien van der Graaf aus der Schweiz durch. Hattestad verwies den Russen Alexej Petuchow und seinen Landsmann Paal Golberg auf die Plätze.
Besonders bitter gestaltete sich das Halbfinal-Aus für Hanna Kolb. Die 20-Jährige war mit ihrem rechten Stock an der Bindung hängen geblieben und geriet dadurch aus dem Gleichgewicht. "Das Finale wäre drin gewesen. Ich habe mich super gefühlt", sagte die frühere WM-Dritte der Juniorinnen. Ihre Teamkollegin Lucia Anger war im Viertelfinale ausgeschieden. Gleiches galt auch bei den Männern für Josef Wenzl, der 2007 den bislang einzigen deutschen Sieg in Düsseldorf geholt hatte, Sebastian Eisenlauer, Daniel Heun und Tim Tscharnke, die allesamt nicht über die Runde der besten 30 hinausgekommen waren.
Erfolgreicher EM-Start für die deutschen Curling-Herren und -Damen: Bei den Herren siegte das Team vom CC Hamburg um Skip Felix Schulze zum Auftakt in der Vorrunde gegen Schweden mit 7:5. Die Entscheidung fiel erst im letzten End, in dem die deutsche Auswahl die beiden entscheidenden Punkte schrieb. Die Damen schlugen Lettland ebenfalls mit 7:5. Bei der EM im vergangenen Jahr waren die deutschen Frauen um Andrea Schöpp als Titelverteidigerinnen bereits in der Vorrunde gescheitert. In Moskau ist Schweden Titelverteidiger. Die Herren wollen sich bei der EM für die WM Anfang April 2012 in Basel qualifizieren. Dafür müssen Schulze und Co. mindestens Platz sieben erreichen.
Quelle: sid , dpa , dapd , t-online.de
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