14.10.2011, 14:41 Uhr
Tischtennis-Ass Timo Boll voll konzentriert beim Aufschlag (Quelle: dpa)
Timo Boll ist der Titelverteidigung einen Schritt näher gekommen. Der Rekord-Europameister zog bei der Tischtennis-EM in Danzig ins Achtelfinale ein, nachdem er sein Drittrunden-Match mit 4:1 gegen Joao Monteiro aus Portugal gewann und qualifizierte sich als zweiter deutscher Spieler nach Dimitrij Ovtcharov für die Runde der besten 16. Der Team-Europameister besiegte am Nebentisch den Schweden Jens Lundqvist klar mit 4:0-Sätzen.
Auf dem Weg zu seinem fünften Einzel-Titel war Boll auf der Hut. Der WM-Dritte hatte zwar den starken Portugiesen im Halbfinale des Team-Wettbewerbs schon einmal besiegt, Monteiro kündigte aber etwas vollmundig eine Revanche an. Nach einem verlorenen ersten Satz weckte ein Fehlaufschlag von Boll zu Beginn des zweiten Durchganges den Favoriten auf.
Der deutsche Ausnahmespieler übernahm danach das Kommando und siegte letztlich mit 7:11, 11:9, 11:7, 11:3, 11:8 relativ deutlich. "Er hat das Spiel seines Lebens gemacht und trotzdem nur einen Satz gewonnen", scherzte Boll und lobte trotzdem seinen Gegner. "Er hat verdammt gut gespielt, aber ich spiele auch ganz gut."
Die deutschen Damen präsentierten sich in starker Form. Das Quartett Kristin Silbereisen, Jiaduo Wu (Kroppach), Irene Ivancan (Berlin) und Zheneqi Barthel (Bingen) überstand die dritte Runde ohne Ausfall und qualifizierte sich mit Siegen gegen namhafte Gegnerinnen für das Achtelfinale.
Einige Probleme hatte Dimitrij Ovtcharov beim 4:2 gegen den Kroaten Roco Tosic. Im vierten Satz wurde "Dima" von Mannschaftsarzt Antonius Kass behandelt. "Es hat etwas an der Leiste gezwickt. Da habe ich eine Verletzungspause genommen. Für die erste Runde hatte ich einen schweren Gegner", sagte die Nummer 13 der Weltrangliste. Der gebürtige Ukrainer setzte sich in seinem zweiten Match gegen den Griechen Konstantinos Papageorgiou mit 4:1 durch und steht somit ebenfalls in Runde drei.
Im Herren-Doppel wird es erstmals seit 2003 keine deutsche Medaille geben. Die viermaligen Sieger Timo Boll/Christian Süß waren nicht am Start, die Mitfavoriten Patrick Baum/Bastian Steger flogen nach einer schwachen Vorstellung in Runde eins raus. "Sie waren zwar an Position zwei gesetzt, aber so dramatisch ist das nicht", kommentierte Bundestrainer Jörg Roßkopf die 0:3-Pleite gegen Petr Korbel/Dmitrij Prokopcov aus Tschechien.
Die DTTB-Damen feierten nur Siege. Das Quartett Kristin Silbereisen, Jiaduo Wu, Irene Ivancan und Zheneqi Barthel wirkte nach einem Ruhetag frisch und erreichte geschlossen die dritten Runden im Einzel und Doppel.
Quelle: dpa
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