28.04.2009, 12:00 Uhr
Dimitrij Ovtcharov ist die letzte große Hoffnung für Deutschland. (Foto: imago)
Ohne die verletzte Medaillenhoffnung Timo Boll müssen Deutschlands Tischtennis-Asse bei der Weltmeisterschaft in Japan kleinere Brötchen backen. In Yokohama wäre ein Podestplatz für die vier Damen und fünf Herren eine Sensation.
Bundestrainer Richard Prause versprach aber eine Trotzreaktion. "Wir sind motiviert bis in die Haarspitzen und haben schon im Vorjahr bei der Team-WM in China bewiesen, dass wir auch ohne Boll stark sind", sagte der Herren-Coach vor Beginn des WM-Turniers.
Tischtennis-WMAus für Timo Boll
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"Momentan bin ich ziemlich gut drauf. Ich hoffe, dass ich meine Setzung unter den Top 16 erfüllen kann", sagte Dimitrij Ovtcharov. Die Nummer 17 der Weltrangliste ist nach der Absage seines Düsseldorfer Klubkollegen Boll auf dem Papier der stärkste Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). In den vergangenen Monaten waren Ovtcharovs Leistungen starken Schwankungen unterworfen. Der EM-Dritte von 2007 muss bereits in seinem Auftaktmatch am Donnerstag gegen den gebürtigen Chinesen Kou Lei (Ukraine) auf der Hut sein.
Ein möglicher Gegner von Ovtcharov in der Runde der letzten 32 wäre Ko Lai Chak aus Hongkong. Auf Christian Süß wartet im Achtelfinale der an Nummer eins gesetzte Chinese Wang Hao. Doch soweit wollte Prause die Auslosung nach der Absage von Boll nicht kommentieren. "Wir denken jetzt von Runde zu Runde", sagte der Bundestrainer. Von den neun DTTB-Teilnehmern muss keiner in die Qualifikation. Die Aktiven haben einen Tag länger Zeit, um sich an die schwierigen Bedingungen in der 16.000 Zuschauer fassenden Yokohama Arena zu gewöhnen.
"In dieser großen Halle ist alles sehr langsam. Das ist eher nicht so gut für uns", kommentierte Bolls etatmäßiger Doppel-Partner Süß die ersten Trainingseindrücke. Die vier DTTB-Damen, die sich separat vorbereitet und mit den japanischen WM-Gastgeberinnen trainiert hatten, dürften es gegen die asiatische Dominanz noch schwerer haben. Keine Spielerin ist unter den besten 16 der Setzliste. "Unsere Damen haben sich gut entwickelt, der Druck ist aber nicht ganz so groß", sagte Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig. Er hofft vor allem auf gute Resultate von Elke Schall/Jiaduo Wu und Zhenqi Barthel/Kristin Silbereisen im Doppel.
Klare Favoriten unter den rund 370 Herren und 250 Damen aus 113 Verbänden sind die Chinesen. Sie wollen zum dritten Mal nacheinander alle fünf Titel gewinnen. Seit 1999 in Eindhoven gingen 24 von 25 Goldmedaillen in das Reich der Mitte. Nur der Österreicher Werner Schlager konnte 2003 in Paris als Weltmeister in die chinesische Phalanx einbrechen. Schlager fehlt in Yokohama ebenso wie Boll und der starke Grieche Kalinikos Kreanga. Europas Hoffnungen ruhen auf Wladimir Samsonow aus Weißrussland und Ovtcharov. Titelverteidiger Wang Liqin aus China, in der Weltrangliste hinter Boll auf Platz fünf zurückgefallen, will es noch einmal wissen. Er startet nur im Einzel, wo er seinen vierten WM-Titel gewinnen möchte.
Quelle: dpa
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