05.05.2009, 10:20 Uhr
Jubel über den Titel: Wang Hao (Foto: Reuters)Der Olympia-Zweite und Weltranglisten-Erste Wang Hao hat die chinesischen Tischtennis-Festspiele in Japan gekrönt. Im letzten Finale der Weltmeisterschaft in Yokohama setzte der 25 Jahre alte Top-Favorit mit einem 4:0 gegen seinen Landsmann und Titelverteidiger Wang Liqin den Schlusspunkt unter einen einmaligen Auftritt.
In Abwesenheit des verletzten Europameisters Timo Boll gewann die Tischtennis-Großmacht China 17 von 20 Medaillen, darunter jeweils fünfmal Gold und Silber. Das ist die beste WM-Bilanz in den Individual-Wettbewerben seit 1926.
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"Leider haben die Chinesen wieder das abgerufen, was man von ihnen erwartet hatte. Sie haben die WM dominiert und Europa muss sich wirklich in Acht nehmen, dass wir den Anschluss nicht verlieren, damit unser Sport interessant bleibt", analysierte der schmerzlich vermisste Weltranglisten-Vierte Boll die fast schon beängstigende Überlegenheit. Er möchte am Sonntag im Champions-League-Finale für seinen Club Borussia Düsseldorf ein Comeback versuchen und hat seinen WM-Traum nicht abgehakt. "Ich werde dem Ziel Weltmeister, oder wenigstens eine Einzel-Medaille, weiterhin nachjagen."
Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich 2011 in Rotterdam. In Yokohama vertrat am Finaltag nur noch Oberschiedsrichter Hans-Peter Wörner im Herren-Endspiel die DTTB-Farben. Die Spieler und Trainer waren nach dem vorzeitigen WM-Aus bereits am Sonntag und Montag aus Japan abgereist. Vor dem unerwartet einseitigen Match hatte sich - ebenfalls in einem rein chinesischen Finale - Olympiasiegerin Zhang Yining durch ein 4:2 über Titelverteidigerin Guo Yue zum zweiten Mal mach 2005 den WM-Titel im Damen-Einzel gesichert.
"Die Europäer schaffen in ihrer Wettkampfplanung weniger Möglichkeiten für Erfolge als Chinesen", sagte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. "In den 39 Tagen der chinesischen WM-Vorbereitung haben die Europäer den Großteil der Zeit in der Champions League und in ihren nationalen Ligen gespielt und auch andere Turniere besucht", stellte er fest. Schimmelpfennig forderte erneut eine Entzerrung des Wettkampfkalenders, doch die Funktionäre beschlossen das Gegenteil: Kurzfristig soll noch in diesem Jahr eine Europameisterschaft im Mixed ausgetragen werden.
Quelle: dpa
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