21.07.2010, 12:16 Uhr | sid, dpa
Abschiedstour: Das Team Milram bestreitet seine letzte Frankreich-Rundfahrt - der Sponsor zieht sich zurück. (Foto: imago)
Das war es dann wohl: Der deutsche Radrennstall Milramsteht ohne Hauptgeldgeber für die kommende Saison da. "Bis heute habe ich keinen Sponsor gefunden. Nordmilch wird den Vertrag nicht verlängern", sagte Teamchef Gerry van Gerwen während einer Pressekonferenz am zweiten Ruhetag der 97. Tour de France. Der Niederländer möchte die Suche aber fortsetzen und das Team mit allen Mitteln am Leben erhalten.
Dennoch verdichten sich die Zeichen, dass im kommenden Jahr zum ersten Mal seit dem Telekom-Debüt 1992 kein deutsches Team am Start der Tour stehen wird - auch wenn van Gerwen weiter mit unbestimmten Hoffnungen jongliert. Bis September will der Niederländer noch auf die Absage oder Zusage eines ominösen neuen Geldgebers warten, dessen Name vorerst geheim bleibt. "Das ist spät, vielleicht zu spät", sagte der Niederländer und traf den Nagel damit auf den Kopf.
Van Gerwen möchte beim Weltverband UCI dennoch einen Lizenzantrag zum 15. August stellen und die geforderten 200.000 Euro hinterlegen, um gerüstet zu sein, falls es wider Erwarten doch weitergeht. "Ich kann es nicht riskieren, dass ich dann einen Sponsor habe, aber keine Lizenz", sagt er. Aber der Fahrer-Markt - van Gerwen: "Ich kann keinem einen neuen Vertrag anbieten" - wird zu diesem Zeitpunkt geschrumpft sein und dem womöglich neuen Finanzier könnte der Teamchef auch keine Teilnahme 2011 in Frankreich garantieren. Die Tour-Organisation ASO lädt im kommenden Jahr die ersten 17 Mannschaften der Weltrangliste zum Saisonhöhepunkt ein. Vor der diesjährigen "Grand boucle" rangierte das einzige deutsche ProTour-Team auf Rang 22.
Die Fahrer, für die die Nachricht am Mittwoch im bescheidenen Quartier an der Autobahn in Tarbes nicht überraschend kam, haben die Situation längst erkannt und sich in verschiedene Richtungen orientiert. Linus Gerdemann ("Ich komme gut mit den Schlecks aus") und Fabian Wegmann werden als Neuzugänge im künftigen Luxemburger Team um Andy und Frank Schleck gehandelt. Ciolek steht wohl vor einer Rückkehr zu HTC-Columbia. Im August soll der Vertrag perfekt sein.
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"Das wäre eine Alternative. Ich habe auch andere und mache mir um meinen zukünftigen Arbeitsplatz keine Sorgen", sagte der Topsprinter, für den sich die Zukunft eines Van-Gerwen-Teams sehr vage anhört. Dagegen hätte Ciolek keine Probleme, mit Mark Cavendish in einer Mannschaft zu arbeiten. "Ich bin schon zwei Jahre mit ihm gefahren. Wir kommen gut miteinander aus und respektieren uns", sagte der Rheinländer in Tarbes. Der Sprinter ist in einer privilegierten Situation. Viele der anderen 55 Team-Angestellten haben dagegen massive Zukunftssorgen.
Der Niederländer möchte aber weiter kämpfen, notfalls ein Jahr Auszeit nehmen und weiter nach einem Sponsor suchen. "Es wird kein Bus und kein LKW verkauft", sagte van Gerwen. Auch die Teamärzte und Mechaniker sollen neue Vertragsangebote für das nächste Jahr erhalten: "Oder wir helfen ihnen, einen neuen Rennstall zu finden." Deutschland sei doch ein Kernland, da müsse sich doch jemand finden, so denkt van Gerwen zumindest. Ende April habe er bereits mit einem Sponsor Übereinkunft für weitere vier bis fünf Jahre erzielt gehabt. Sogar das neue Trikot sei schon entworfen worden, ehe der Deal in letzter Sekunde platzte.
Quelle: dpa , sid
Michael schrieb:
am 22. Juli 2010 um 07:57:31
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Sponsoring
Wenn ich genügend Geld zur Verfügung hätte, um es als Sportsponsor zu verwenden, würde ich dann in den Rad"sport"
inverstieren. Bestimmt nicht ! Es sei denn, ich hätte eine Pharmafirma, die mit Blutprodukten oder anderen "interessanten" Medikamenten handelt.
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Trojan schrieb:
am 21. Juli 2010 um 22:46:00
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@Hans
wenn mann in betracht zieht wie viel schwarze Schafe es in anderen Sportarten gibt, müssten Leichtathletik (genauso Dopingverseucht)
Fussball (Wettskandale und Doping) Schwimmen (Doping) Formel 1 (absichtliche Unfälle, ständig Betrügereien bei den Autos) genauso am Boden liegen.
Mich ärgert nur das ständig auf dem Radsport rum gehackt wird und bei allen anderen Sportarten Betrug geduldet bzw tolereirt wird.
Und das sage ich als Radsportfan !!!
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Hans schrieb:
am 21. Juli 2010 um 18:48:19
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Re.: Nun ist es soweit
Naja Trojan, wenn man mal ehrlich ist, dann sind es die vielen schwarzen Schafe des Radsports, die diese Entwicklung
in Deutschland zu verschulden haben. Und das sage Ich als Radsportfan.
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