08.07.2009, 16:16 Uhr
Thomas Voeckler (Foto: imago)Thomas Voeckler hat Supersprinter Mark Cavendish die Show gestohlen und die 5. Etappe der Tour de France gewonnen. Weder der schon zweimal erfolgreiche Brite, noch Thor Hushovd oder Gerald Ciolek - am Ende respektabler Fünfter - konnten ihre Trümpfe ausspielen. Eine sechsköpfige Spitzengruppe profitierte von der Uneinigkeit der Sprinterteams bei der Verfolgung und stellte in Perpignan mit Voeckler den Überraschungssieger nach 196,5 Kilometern.
Der Elsässer hatte sich rund fünf Kilometer vor dem Ziel von einer vierköpfigen Spitzengruppe abgesetzt. Als Solist passierte der 30-Jährige die Ziellinie sieben Sekunden vor dem Hauptfeld, das seine Flucht-Gefährten bis auf den Russen Michael Ignatiew, der sich noch als Zweiter ins Ziel rettete, alle geschluckt hatte. "Was für ein Tag für mich. Der Sieg ist ein Traum. Ich habe erst 300 Meter vor dem Zielstrich wirklich daran geglaubt", jubelte Voeckler.
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Lance Armstrong konnte keine Attacke auf das Gelbe Trikot starten und liegt weiter mit der Winzigkeit von 22/100 Sekunden hinter dem Spitzenreiter Fabian Cancellara aus der Schweiz. Das Weiße Trikot des besten Jungprofis trägt weiterhin Shootingstar Tony Martin aus Eschborn.
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Die sechs im Gesamtklassement für die Stars ungefährlichen Ausreißer hatten sich schon nach 15 Kilometern zusammengefunden. 20 Kilometer vor dem Ziel sah alles nach einem Zusammenschluss aus, aber dann stellte Columbia die Arbeit an der Spitze des Feldes ein. Das Cavendish-Team wollte nicht alleine mit großem Kraftaufwand das Loch zu den Ausreißern zufahren. So konnten die Topsprinter ihre Turbos nicht zünden.
Den Sprint des Hauptfelds gewann Cavendish, der sich aber mit Platz drei zufrieden geben musste. Enttäuscht zeigte sich der Fünfte Ciolek. "Bei mir kam heute alles Schlechte zusammen: Erst der Sturz, dann eine Reifenpanne 20 Kilometer vor dem Ziel", sagte der U23-Weltmeister von 2005, der weiter auf einen Etappensieg hofft: "Morgen die Etappe nach Barcelona könnte mir liegen."
Ciolek hatte eine Schrecksekunde nach dem ersten Renndrittel zu überstehen. Ein leichter Sturz blieb für ihn allerdings weitgehend folgenlos. 60 Kilometer vor dem Ziel hatte das Saxo-Bank-Team Cancellaras nach dem Columbia-Vorbild vom Montag versucht, durch eine heftige Attacke eine Teilung des Feldes zu erreichen. Das gelang auch etwa für eine Viertelstunde, dann war der Spuk vorbei.
Die großen Leidtragenden der Tempoverschärfung waren Sprint-Ass Tom Boonen (Belgien) und der Niederländer Robert Gesink. Ausgerechnet als die Post abging, kam Bergspezialist Gesink zu Fall und brach sich das Handgelenk. Für ihn ist die Tour beendet. Kokainsünder Boonen, der erst einen Tag vor dem Tour-Start seine Teilnahme eingeklagt hatte, verlor wegen eines Defekts den Anschluss.
Quelle: sid , dpa , t-online.de
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