03.01.2012, 17:48 Uhr
Starke Leistung: Axel Teichmann läuft nur knapp am Podest vorbei. (Quelle: dpa)
Axel Teichmann zeigte sich als Sechster von seinem Oberstdorfer Debakel erholt, Tobias Angerer vergab dagegen auf Platz 56 alle Chancen in der Gesamtwertung - die deutschen Skilangläufer erlebten bei der Tour de Ski auch auf Etappe fünf ein Wechselbad der Gefühle. Ex-Weltmeister Teichmann lag nach den fünf Kilometern in Toblach nur 6,0 Sekunden hinter dem russischen Sieger Alexander Legkow. Gar nur 4,0 Sekunden fehlten zum drittplatzierten Schweizer Dario Cologna, der als neuer Spitzenreiter auf die letzten vier Etappen geht.
Die deutschen Langläuferinnen haben bei der fünften Etappe unterdessen mit vier Rängen unter den Top 15 ihr bestes Teamergebnis seit Jahren abgeliefert. Beim Tagessieg der Norwegerin Marit Björgen wurde Nicole Fessel in Toblach Vierte über drei Kilometer im klassischen Stil, Stefanie Böhler folgte auf Platz fünf. Katrin Zeller belegte in Südtirol Rang zwölf, Denise Herrmann kam auf Platz 13. In der Gesamtwertung bleibt die Polin Justyna Kowalczyk nach Platz zwei auf der Etappe vorn, die zweimalige Tour-Siegerin hat noch 17,7 Sekunden Vorsprung auf Björgen. Beste Deutsche ist Stefanie Böhler als Achte, Katrin Zeller folgt auf Rang zehn.
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen, aber es ist ein bisschen schade, dass es nicht fürs Podest gereicht hat. Ich hatte ja nur eine Wahl: Vollgas", sagte Teichmann. Beim Rennen in seiner Heimat hatte der Oberhofer noch einen umjubelten Etappensieg gefeiert und die Führung in der Gesamtwertung übernommen, war nach einem Sturz auf der vierten Etappe in Oberstdorf dann aber aussichtslos im Kampf um die Prämie von 100.000 Schweizer Franken zurückgefallen.
Der in Oberstdorf noch überzeugende Ex-Toursieger Angerer erlebte ein Fiasko. Mit 56,3 Sekunden Rückstand auf der kurzen Distanz kam der Routinier ins Ziel. "Es ging gar nichts, ich habe keinen Fuß vor den anderen gekriegt. Auf einer längeren Strecke wäre ich ausgestiegen", meinte Angerer.
Angerer fiel in der Gesamtwertung vom achten auf 14. Rang zurück. Bester Deutscher ist nach seinem 15. Platz von Toblach nun Jens Filbrich als Zwölfter mit 2:18,9 Minuten Rückstand auf den Schweizer Cologna. Der zweimalige Toursieger stürmte auf Platz drei und übernahm mit 15,7 Sekunden Vorsprung die Führung vom favorisierten Norweger Petter Northug, der nur auf Platz zwölf fuhr.
"Ich habe immer gesagt, dass das Podest in der Gesamtwertung für uns kein Thema ist, wir kämpfen weiter um die Top Ten. Angerer oder Teichmann sind einfach nicht stabil genug für die absolute Spitze", kommentierte Bundestrainer Jochen Behle. Bleibt nur die Hoffnung auf die Zukunft - Nachwuchsläufer Thomas Bing überzeugte wie schon in Oberstdorf mit einem 17. Platz: "Beste 20 ist gut für mich. Irgendwann soll es aber noch weiter nach vorn gehen", sagte der Youngster.
Mit Blick auf das Abschneiden der Damen war der Bundestrainer höchst zufrieden. "Ein sensationelles Ergebnis der Frauen, fast auf dem Podest. Sie sind hervorragend gelaufen, wir haben hervorragend gewachst", sagte Behle und fügte an: "Sie haben endlich das Selbstvertrauen wieder."
Fessel war erstmals in diesem Winter auf Augenhöhe mit der Weltspitze. "Ein sensationelles Resultat, aber es wäre so schön mit dem Podestplatz gewesen", sagte sie.
Quelle: dapd
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