09.07.2010, 16:09 Uhr | sid
Spritzige Angelegenheit: Floyd Landis (links) hat seine Anschuldigungen gegen Lance Armstrong erneut. (Foto: imago)
Lance Armstrong wird die Schatten seiner Vergangenheit nicht los und steht erneut im Mittelpunkt massiver Doping-Anschuldigungen. Der dreimalige Toursieger Greg LeMond bezichtigte seinen Landsmann erstmals öffentlich des Epo-Dopings. "Ich habe Lance mal erzählt, hätte ich Epo genommen, dann hätte ich wohl mit acht Minuten anstatt mit acht Sekunden Vorsprung die Tour 1990 gewonnen. Daraufhin sagte Armstrong: 'Komm, jeder nimmt doch Epo'. So war das Gespräch mit Armstrong", sagte LeMond der "ARD". Und auch Floyd Landis setzte mit neuen Vorwürfen seinen Rachefeldzug gegen Armstrong fort.
Der frühere Tour-Champion LeMond hatte sich in der Vergangenheit schon des Öfteren als Armstrong-Kritiker hervorgetan, in dieser Deutlichkeit aber bisher noch nicht. So gestaltet sich die dreizehnte und letzte Tour de France alles andere als ruhig für den Texaner. Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Anschuldigungen und pikante Details. Und mittendrin ist erneut Landis, der bereits im Mai mit seinem Doping-Geständnis Schlagzeilen verursacht hatte.
Zum Tour-Start in Rotterdam hatte der frühere Radprofi, dem der Toursieg 2006 nach einer positiven Dopingkontrolle aberkannt worden war, in einem Beitrag des Wall Street Journals über systematisches Blutdoping bei US-Postal berichtet. Epo, Bluttransfusionen und Testosteron seien an der Tagesordnung gewesen. Sogar Rennräder sollen für die Beschaffung von unerlaubten Mitteln verkauft worden sein. Nun zitiert die "ARD" aus E-Mails, die von Landis an Armstrong gerichtet waren.
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"Mr. Armstrong, ich sage Ihnen in aller Deutlichkeit, dass ich Sie und unsere früheren Mannschaftskameraden beschuldige, Blutdoping betrieben und Dopingmittel genommen zu haben, so dass Sie dreimal die Tour de France gewinnen konnten", hieß es in einer E-Mail. Ferner berichtete Landis nun, wie Armstrong ihm erklärt habe, warum Bluttransfusionen nötig seien, weil der neue Epo-Test so lästig sei.
Nachdem Armstrong mehrmals die Glaubwürdigkeit von Landis infrage gestellt hatte, richtete dieser eine weitere Email an Armstrong: "Bitte hören Sie mit Ihren Drohungen auf und erstatten Sie stattdessen Strafanzeige. Die Anschuldigungen sind begründet. Das Publikum wurde betrogen." Angesprochen auf die Vorwürfe hatte Armstrong stets nach demselben Schema reagiert und den alten Teamkollegen diskreditiert.
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LeMond hatte bereits 2006 gegen seinen Landsmann gewettert hatte. Weil LeMond im Jahr 2001 Armstrongs Kontakte zum umstrittenen italienischen Arzt Michele Ferrari kritisiert hatte, habe ihn der Texaner massiv unter Druck gesetzt. "Lance hat mich bedroht, meine Frau, mein Geschäft, mein Leben", sagte der zweimalige Weltmeister damals. Das Comeback von Armstrong bezeichnete LeMond als "Albtraum".
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Quelle: sid
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