16.10.2011, 10:20 Uhr
Nach seiner Reck-Show brüllte er ein lautes "Yeah" Richtung Hallendecke, doch ein winziger Hüpfer beim Abgang hat Fabian Hambüchen bei der Turn-Weltmeisterschaft in Tokio die erhoffte Medaille verwehrt. Zuvor hatte er alle Flieger spektakulär über die Stange gebracht und Szenenapplaus von den 6500 Fans im Metropolitan Gymnasium erhalten. Aber schließlich reichte es nur zu Platz vier. Damit blieb es für die Deutschen bei den WM-Silbermedaillen für Oksana Chusovitina am Sprung und Philipp Boy im Mehrkampf.
"Nach Uchimura habe ich nur gedacht: Scheibenkleister. Das ist schon bitter, wenn man mit ansehen muss, wie andere vorbeiziehen", sagte Hambüchen leicht geknickt. "Doch nach meiner Operation im Januar hatte ich kaum geglaubt, dass ich dieses Jahr überhaupt turnen kann", sagte er. Sein Rivale Philipp Boy riskierte im Finale alles, vergriff sich aber beim Adler mit halber Drehung und stürzte ab.
Hambüchen musste als Erster an das Gerät, bewies Nerven wie Drahtseile bis zur Landung, bei der die Referees ein Zehntel abziehen mussten. Gerade dies kostete ihn letztlich hinter Olympiasieger Zou Kai und Titelverteidiger Chang Chenglong (beide China) die Medaille, weil sich auch Mehrkampf-Champion Kohei Uchimura (Japan) als Dritter nicht den kleinsten Fehler erlaubte. "Es war ein Nachteil, als Erster zu starten. Die Kampfrichter haben sich Luft nach oben gelassen", bedauerte der Hesse, der mit Schwierigkeit 7,5 nur knapp hinter den Chinesen lag (7,7 und 7,6).
"Auf unserer Brust steht als Sponsor ein Lotterie-Unternehmen, das passt gut zum Reck», meinte Vater und Coach Wolfgang Hambüchen, ohne die Gerechtigkeit der Noten in Zweifel zu ziehen. Und sein Schützling fügte achselzuckend an: "Das Niveau ist so hoch, da entscheidet eben der kleine Hopser." Das nicht so gute Resultat des Teams als Sechster bezeichnete Hambüchen als "Tritt in den Hintern zur rechten Zeit".
Wie ein Häuflein Elend stand Philipp Boy in der Mixed-Zone. "So ein Mist. Jetzt muss ich wieder ein Jahr warten, um zu zeigen, dass ich zu den Besten gehöre", sagte er. "Ich bin ein bisschen verärgert. In der Einturnhalle hat die 7,7-Übung noch so gut geklappt. Und dann bleibe ich mit dem Fingernagel hängen", fügte er hinzu. Er will sich nun aber davon nicht runterreißen lassen. "Das größte Ziel, die Mehrkampf-Medaille ist erfüllt. Silber war sensationell, also war es ein gute WM", machte er sich selber Mut.
Quelle: dpa
Barry schrieb:
am 16. Oktober 2011 um 16:08:46
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@Ormus
Es ist im Turnsport eher der Normalfall, dass man mit 23 Jahren schon Richtung "nahes Karriereende" denkt. Sogenannte Turnopas
bzw. -omas (wie z.B. die deutsche Silbermedaillengewinnerin) sind eher die Ausnahme. Man kann Hambüchen nur wünschen, dass er noch ein paar Jahre seinen Sport ausüben kann. Es wäre allerdings nicht die Regel, wenn er Olympia 2016 in Brasilien dabei sein sollte.
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Ormus schrieb:
am 16. Oktober 2011 um 12:11:34
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Fabian Hambüchen
Der war mal richtig gut und der ist noch jung. Der kann noch einige Jahre turnen. Außerdem vierter der Welt zu werden ist auch ne Leistung.
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Sportler schrieb:
am 16. Oktober 2011 um 11:39:36
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@Heinz
Fabian Hambüchen ist gerade mal 23 Jahre alt, da kann er noch ein paar jahre erfolgreich turnen...
Und eine Biographie schreibt man
normalerweise den Großteil seines Lebens, den er hoffentlich noch nicht erreicht hat.
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