19.05.2009, 13:46 Uhr
Mircea Lucescu, Trainer von Schachtjor Donezk, peilt schon mal den UEFA-Pokal an. (Foto: dpa)Der Star ist der Trainer, der Klub-Besitzer ein milliardenschwerer Harvard-Absolvent, und auch die Vereinshymne lässt keinen Zweifel an den Erfolgs-Visionen von Schachtjor Donezk. Alles ist ein bisschen anders beim ambitionierten Spaß-Projekt des ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetov, der bei einem Sieg im UEFA-Cup-Finale gegen Werder Bremen (Mittwoch, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) pro Mann 400.000 Euro Prämie springen lassen will.
"Schachtjor ist ein Stern, Schachtjor ist die Zukunft", heißt es im Kultsong der Fans. Der Wunsch ist bereits Wirklichkeit geworden, der Finalist ist längst in der Gegenwart des europäischen Spitzenfußballs angekommen.
Das Finale Mittwoch, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker
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Gegner Werder mit Siegermentalität zum Triumph
"Wir werden Geschichte schreiben", prophezeit Schachtjors rumänischer Coach Mircea Lucescu vor dem Duell im Istanbuler Sükrü Saracoglu-Stadion. Nach den UEFA-Cup-Siegen von ZSKA Moskau 2005 und Zenit St. Petersburg 2008 will der ukrainische Vizemeister mit Hilfe von 10.000 mitgereisten Anhängern den Aufschwung des osteuropäischen Fußballs fortsetzen.
Werder BremenDiego fliegt mit nach Istanbul
UEFA Cup aktuellErgebnisse und Termine
Lucescu bemühte sich, vor dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte Gelassenheit auszustrahlen. Den Zufall ausschließen ist sein taktischer Großauftrag, und dementsprechend defensiv sieht sein Masterplan für den Sieg aus. Der kroatische Kapitän und Abwehrchef Dario Srna und die beiden erfahrenen Aufpasser Razvan Rat (Rumänien) und Igor Duljaj (Serbien) führen den kompakten Sicherheitsdienst an. Davor sorgen die teuren Brasilien-Importe Fernandinho, Ilsinho und Feingeist Jadson, der mit seinen 1,68 Metern glatt als Diego-Imitat durchgehen könnte, für spielerische Fantasie und überfallartigen Konterfußball. Sturm-Solist ist Luiz Adriano. "Wir haben sehr viel kreative Qualität. Das stimmt mich zuversichtlich, aber Bremen ist sehr gefährlich", sagte Lucescu, der spätestens seit seinen Engagements bei Inter Mailand, Galatasaray und Besiktas Istanbul international profiliert ist.
Erstes Halbfinale Bremen zieht ins Finale ein
Zweites HalbfinaleDonezk setzt sich gegen Kiew durch
Geschätzte 500 Millionen Euro hat Klubchef Achmetov, Sohn eines Bergmanns, schon in den Verein gepumpt. Bayern Münchens neuer Mittelfeld-Dynamiker Anatoli Timoschtschuk war vor seinem Wechsel nach St. Petersburg in Donezk Kapitän, und sogar Spanien-Liebhaber Bernd Schuster wirkte von Juni 2003 bis Mai 2004 in der rauen Industrie-Metropole am Donez. "In Osteuropa entwickelt sich ein interessanter Markt", hatte Schuster schon damals erkannt. Auf ihn folgte Lucescu, und mit dem Taktik-Fanatiker kam der Erfolg. Drei ukrainische Meisterhaften und zwei nationale Pokalsiege später steht der Verein vor dem größten Triumph der 73-jährigen Vereinshistorie.
Dabei hatte diese bemerkenswerte Saison aus ukrainischer Sicht - neben Schachtjor und Dynamo Kiew stand auch Charkow im Achtelfinale des UEFA Cups - so ernüchternd für die Donezk-Profis begonnen. In der Champions-League-Gruppenphase hagelte es zunächst vier Pleiten, ehe Lucescus Team in den letzten beiden Begegnungen 5:0 gegen den FC Basel und sogar 3:2 beim FC Barcelona gewann. Nach dem Abstieg in den UEFA Cup wurden dann nacheinander Tottenham Hotspur, ZSKA Moskau, Olympique Marseille und im Halbfinale Erzrivale Dynamo Kiew düpiert. So hört sich Lucescus Realismus auch ganz plausibel an: "Die Champions League war für uns ideal zum Einspielen. Wer solche Kaliber wie Tottenham, Moskau, Marseille und Kiew aus dem Weg räumt, kann auch Bremen schlagen."
Schachtjor Donezk: Pyatov - Srna, Ischenko, Tschygrynsky, Rat - Ilsinho, Duljaj, Gai, Jadson - Fernandinho - Luiz Adriano
Werder Bremen: Wiese - Fritz, Prödl, Naldo, Boenisch - Baumann, Niemeyer - Frings, Özil - Pizarro, Rosenberg
Schiedsrichter: Cantalejo (Spanien)
Quelle: dpa , sid
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