16.03.2009, 09:34 Uhr
Ein Kommentar von Jörg Runde
Uli Hoeneß wird kritisiert. (Foto: imago)Bis zum November ist Uli Hoeneß noch Manager des FC Bayern, um dann ins Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden zu wechseln. Für diese Zeit hat Hoeneß in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" bereits angekündigt, sich verstärkt der Lobbyarbeit zu widmen.
Lobbyarbeit für seinen Klub und die Bundesliga. Es ist damit zu rechnen, dass von ihm dann noch mehr Vorschläge kommen, die für Kopfschütteln sorgen. So wie in diesen Tagen, da er eine Bundesliga-TV-Gebühr von zwei Euro monatlich von jedem Bundesbürger fordert.
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Angesichts der finanziellen Unterlegenheit der Bundesliga gegenüber den europäischen Top-Ligen in England, Spanien und Italien sind die Gedankenspiele von Hoeneß nachvollziehbar. Den Bayern-Boss nervt es, im europäischen Fußball nicht die erste Geige zu spielen. Er muss mit Ansehen, wie sich die besten Kicker der Welt Manchester United oder dem FC Barcelona anschließen und über die Bundesliga nur müde lächeln. Nur in Ausnahmefällen sind Topspieler Marke Ribéry oder Diego zu bekommen.
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Die Unzufriedenheit über diesen Status macht die Idee mit der "Bundesliga-GEZ" allerdings nicht besser. Warum sollten Millionen Sportmuffel für etwas zahlen, dass sie überhaupt nicht interessiert? Wie müssen sich Anhänger von Theateraufführungen und klassischen Konzerten fühlen, wenn sie plötzlich für aufgeblasene Fußball-Klubs zahlen sollen? Und überhaupt: Sind die TV-Gebühren nicht schon hoch genug? 24 Euro zusätzlich im Jahr sind für viele Bürger nicht mehr tragbar. Hoeneß scheint diesbezüglich der Realitätssinn abhanden gekommen zu sein.
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Das sehen übrigens auch die meisten t-online.de-User so. Stellvertretend sagt User "Lev". "Also manchmal kommt man sich in diesem Land doch vor, als wäre man ein Selbstbedienungsladen. Schlimm genug, das es die GEZ gibt und dass man sich dagegen kaum wehren kann. Dann womöglich für die Bundesliga zu zahlen, auch wenn man sie gar nicht schaut. Unglaublich. Das ist eine absolute Frechheit. Sollen sie doch nicht mehr so teure Spieler einkaufen und stattdessen lieber die eigene Jugend fördern."
Wie auch immer man es dreht: Der Ansatz die Bürger zu belasten, um den Profi-Fußball zu stärken, ist der völlig falsche Weg. Stattdessen sollte sich Hoeneß schon jetzt Gedanken über wirklich sinnvolle Lösungen machen, die er dann als Lobbyarbeiter vertreten kann. Eine Möglichkeit wäre das Kippen der 50+1-Regel, welche die Vereine noch immer daran hindert externe Investoren als Geldgeber ins Boot zu holen. Diese sorgen auch in Italien, Spanien und England für den wirklich wärmenden Geldregen.
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Quelle: t-online.de
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