24.04.2008, 11:48 Uhr
Die Olympiasiegerinnen der 4x400-Meter-Staffel 2000 (Foto: imago)Premiere im Weltsport: Die sieben Staffelkollegen der derzeit im Gefängnis sitzenden Dopingsünderin Marion Jones sammeln in einer groß angelegten Spendenaktion Geld, um ihre Gold- und Silbermedaillen von Olympia 2000 in Sydney zu retten. Für den Gang zum Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne benötigen sie offenbar eine sechsstellige Dollar-Summe.
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Bis zum 1. Mai haben die sieben Athletinnen Zeit, ihren Einspruch gegen die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vom 10. April einzulegen. Dieses hatte wie Jones allen die Medaillen aberkannt: Gold über 4x400 Meter Jearl Miles-Clark, Monique Hennagan und LaTasha Colander, Bronze über 4x100 Meter Chryste Gaines, Torri Edwards und Nanceen Perry. In den Vorläufen waren zudem Passion Richardson (4x400 Meter) und Andrea Anderson (4x100 Meter) eingesetzt und erhielten ebenfalls Medaillen.
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Jones, wegen zweimaligen Meineids vor Ermittlungsbehörden im Januar zu sechs Monaten Haft verurteilt, hatte alle fünf Sydney-Medaillen bereits 2007 zurückgegeben. Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) hat den Klägerinnen unterdessen angeboten, die Gerichtskosten zu übernehmen, sollten sie sich für einen der drei vom USOC angebotenen Anwälte entscheiden. Einer dieser drei Juristen ist Maurice Suh, zu dessen Klienten der ehemalige Phonak-Radprofi Floyd Landis und Sprint-Olympiasieger Justin Gatlin zählen. Beide sind des Dopings überführt und angeklagt worden. Die Athletinnen wollen sich allerdings durch Mark Levinstein vertreten lassen.
Das USOC hatte vor drei Jahren erfolgreich darum gekämpft, dass die Männerstaffel das Sydney-Gold über 4x400 Meter behalten durfte. Damals wurde nur 400-Meter-Weltmeister Jerome Young disqualifiziert. Als Wiederholungstäter war dieser von der Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) lebenslang gesperrt worden. Dagegen konnten Weltrekordler Michael Johnson und die anderen Staffelläufer ihr Gold behalten. Der Rechtsstreit kostete das USOC damals rund 200.000 Dollar. Die IOC-Executive argumentiert, dieser Fall habe anders gelegen. Damals sei Young nur im Vorlauf gestartet, sein Dopingdelikt habe aus der Zeit vor Olympia gestammt. Jones dagegen sei in beiden Finals gelaufen und laut Geständnis auch während Olympia 2000 gedopt gewesen.
Quelle: sid
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