10.04.2011, 14:18 Uhr
Peter Pacult im Red Bull-Visier. Um den Trainer sind wilde Spekulationen entbrannt. (Foto: imago)
Der Stevens-Rauswurf in Salzburg hat wirre Personalgerüchte bei den beiden Fußballklubs von Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz ausgelöst. Im Mittelpunkt der Spekulationen steht dabei Peter Pacult. Der mit reichlich Wiener Schmäh ausgestattete Trainer soll nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" ab Sommer den ambitionierten Sachsen-Klub RB Leipzig neu beflügeln. Doch auch die österreichischen Medien sehen Peter Pacult, der aktuell noch Rapid Wien betreut, zur neuen Saison auf der Red Bull-Trainerbank - allerdings eher in Salzburg.
Branchenüblich dementierte Peter Pacult zunächst die Gerüchte. Auch Rapid-Manager Werner Kuhn untermauerte dies: "Er hat noch ein Jahr Vertrag, mit uns hat niemand gesprochen."
Peter Pacult traf sich vor kurzem mit Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, Österreichs ehemaligem Kanzler Franz Vranitzky und Unternehmer Hans Schmid in Grinzing bei Wien. 24 Stunden später entließ der Milliardär mit Huub Stevens erstmals in der sechsjährigen Red Bull-Ära einen Trainer vor Ablauf seines Vertrages. Auch Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer musste gehen.
Seitdem prägen Chaos und Spekulationen das Bild. Pacult war auf einer Pressekonferenz seines aktuellen Arbeitgebers Rapid Wien sichtlich genervt von den Fragen der Medien. "Ich bin mit Herrn Vranitzy, Frau Vranitzky, Herrn Mateschitz, Herrn Schmid und Rainer Husar an einem Tisch gesessen. Da macht man dann Gespräche? Ich bitte Sie", zitierte der ORF Pacult auf seiner Onlineseite. Der "Kurier" kommentierte die Vorgänge ironisch: "Bei genauerem Hinsehen ist es eine Low-Budget-Produktion aus den Alpen, die in ihrer örtlichen und sportlichen Beschränktheit doppelt peinlich berührt. Der Herr der Dosen ruft, ein Holländer fliegt, der Rapid-Trainer vergreift sich in der Schublade und rechnet mit einem Ex-Klubkollegen ab."
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Der Ex-Kollege ist der gerade erst zurückgetretene Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl, der laut "Leipziger Volkszeitung" als Beiersdorfer-Nachfolger gehandelt wird. Allerdings ließ Pacult kein gutes Haar an seinem einstigen Mitstreiter. Zwischen beiden herrschte oft "Eiszeit". Da der einstige Stürmer und Trainer des TSV 1860 München bei Rapid noch einen Vertrag bis Sommer 2012 hat, kam es zur Aussprache mit Klub-Präsident Rudolf Edlinger und Generalmanager Werner Kuhn. Danach versicherte der Wiener Verein auf seiner Homepage, "dass an den Gerüchten zu einem möglichen Wechsel zu RB Leipzig absolut nichts dran" sei.
Demnach führte Pacult in Wien mit Mateschitz und Co lediglich eine "Weinverkostung" durch, berichtet das Boulevardblatt "Krone". Aus dem Verhalten des 51-Jährigen ziehen Kommentatoren in Wien allerdings eindeutige Schlüsse. Nach dem 0:2 gegen Graz habe Pacult "gelöst wie selten nach einer Niederlage" gewirkt, schreibt das Blatt weiter. Ins Leipziger Anforderungsprofil passt er mit seiner Erfahrung im Ost-Fußball allemal. Vor seinem Wiener Engagement trainierte er von 2005 bis 2006 Dynamo Dresden. Allerdings stieg er mit den Elbestädtern 2006 aus der 2. Bundesliga ab.
Quelle: t-online.de , sid
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