14.07.2009, 15:55 Uhr
Ein Astana-Fahrer verlässt die Doping-Kontrolle. (Foto: Hennes Roth)Ärger bei der Tour de France zwischen der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD und dem Radsport-Weltverband UCI: AFLD-Chef Pierre Bordry warf dem Verband Unkorrektheiten bei den Dopingkontrollen vor. Bordry monierte, dass es nach der ersten Bergetappe in Andorra beim Astana-Team zu Ungleichbehandlung und Zeitverzögerungen gekommen sei.
Nach Informationen des französischen RTL-Senders hätten sich die UCI- Kontrolleure 55 Minuten bei einem Kaffee vertrösten lassen und erst dann Blut-Kontrollen vorgenommen.
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"Die Doping-Kontrolleure sind nicht streng genug", zitierte die belgische Zeitung "Het Nieuwsblad" Frankreichs obersten Dopingjäger. Der AFLD-Chef bemängelte zudem eine bevorzugte Behandlung einiger Profis und Teams durch die Doping-Fahnder der UCI. "Ich habe das Gefühl, dass der eine Fahrer mehr zählt als die anderen und dass nicht die selben Regeln für jeden gelten", sagte Bordry. UCI-Präsident Pat McQuaid wies die Vorwürfe umgehend zurück. Alle Fahrer würden gleich behandelt.
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Der jüngste Astana-Aufreger erinnert an einen Vorfall vom März. Damals war Lance Armstrong von einem AFLD-Besuch während seines Frühjahrstrainings in Südfrankreich überrascht worden. Der 37-Jährige ließ die Doping-Fahnder warten und ging erst für rund 20 Minuten zum Duschen, ehe er sie ins Haus ließ. Zudem hatte er sich die Legitimation des Tests bei der UCI telefonisch bestätigen lassen. Diese Episode ließ kurzzeitig eine Sanktion für Armstrong wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA befürchten. Die AFLD verzichtete aber darauf.
Erst vor knapp einem Monat hatten UCI und AFLD ein Abkommen über die Tests bei der diesjährigen Tour getroffen. Der Weltverband hat demnach die Oberaufsicht der Kontrollen, die AFLD darf intervenieren. Im Vorjahr, als während und nach der Frankreich-Rundfahrt sieben Doper überführt worden waren, lagen die Tests allein in AFLD-Hand.
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Derweil setzten die Fahnder am Ruhetag in Limoges ihre Jagd auf potenzielle Betrüger fort. Insgesamt gab es am Montag 50 Blut-Kontrollen bei verschiedenen Teams. Auch vor dem Start der zehnten Etappe von Limoges nach Issoudun waren die Kontrolleure am Dienstag fleißig. Via Twitter teilte Armstrong mit, dass das gesamte Astana-Team am Morgen getestet worden sei. Der 37 Jahre alte Texaner hat nach eigenen Angaben seit seiner Comeback-Ankündigung schon mehr als 40 Mal Besuch von Kontrolleuren bekommen. Astana-Sprecher Philippe Maertens bestätigte, dass die vier Topfahrer Alberto Contador, Armstrong, Andreas Klöden und Levi Leipheimer an jenem Morgen getestet wurden.
Das beruhigt aber nicht alle. Für viele Experten ist der Kampf gegen die schwarzen Schafe ein Spiel mit gezinkten Karten. "Die Kontrollen bei der Tour de France sind denkbar unintelligent", sagte der Molekularbiologe Professor Werner Franke und bezeichnete den Antidoping-Kampf der UCI als "höhere Stufe der Volksverdummung". Insgesamt 500 Kontrollen werden in diesem Jahr bei der Tour durchgeführt. Für Franke ein Muster ohne Wert, nur die Dummen würden noch im Wettkampf dopen.
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Quelle: dpa , sid
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