05.09.2011, 17:33 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (li.) im Gespräch mit Co-Trainer Hansi Flick (Quelle: imago)
Aus Danzig berichtet Patrick Brandenburg
Danzig ist noch eine große Baustelle. Das Terminal des Flughafens ist ein Rohbau; die Autobahn in die Stadt ein halbfertiges Gebilde aus Sand, Asphalt und Absperrungen. Das Stadion ist ein frisch vollendetes Kunstwerk, das aber erst im zweiten Hinsehen für länderspielfähig befunden wurde. Die deutsche Nationalmannschaft wird in dieser Stadt im Mai 2012 Quartier beziehen - mit dem Ziel, Spanien zu stürzen und Europameister zu werden. Vielleicht ist es ja passend, dass das DFB-Team zwischen Baggern und Schaufeln seine eigenen finalen Umbauarbeiten beginnt - mit dem Testspiel gegen EM-Gastgeber Polen. (Dienstag, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker)
Die grandiosen Auftritte gegen Brasilien (3:2) und Österreich (6:2) verschleiern zurzeit ein wenig, wie viel noch verbessert werden muss. Der Kader bietet zwar unglaubliche Optionen - aber nun ist es an der Zeit, ein festes Team zu formen.
Wie bei den Gala-Auftritten gegen Brasilien sowie gegen Österreich zu sehen war, hat der Bundestrainer den womöglich stärksten Kader der DFB-Geschichte beisammen. Jede Position ist in nahezu gleicher Qualität doppelt besetzt. „Das ist die beste deutsche Mannschaft, in der ich gespielt habe“, sagt etwa Miroslav Klose voller Bewunderung. Und der Oldie ist schon seit seit zehn Jahren dabei. Löw stellt das vor das Luxusproblem, nun eine funktionierende Startelf zu formen.
Keine leichte Aufgabe, denn zum Beispiel stellt sich die Frage: Was passiert, wenn Sami Khedira zurückkehrt? Der Star von Real Madrid hat gleich fünf Spiele in diesem Jahr verpasst. In der Zwischenzeit glänzte Toni Kroos als zweiter zentraler Mittelfeldspieler neben Bastian Schweinsteiger. Dafür war Löw sogar vom Erfolgssystem der WM 2010, dem 4-2-3-1, auf das offensivere 4-1-4-1 gewechselt. Khedira ist der Platzhirsch, aber für Kroos sprechen die jüngsten Siege. Oder hat sogar Shooting-Star Mario Götze eine Chance? Das wäre die offensivste aller Varianten, von der viele Fans träumen.
Ansonsten steht das Mittelfeld. Thomas Müller dürfte auf Rechts gesetzt sein, Mesut Özil hinter den Spitzen und Bastian Schweinsteiger im defensiven Zentrum sowieso. Auf der linken Seite hat Lukas Podolski mit dem Tor gegen Österreich seine Bewährungschance genutzt. Der Held der Weltmeisterschaften 2006 und 2010 muss aber weiter auf der Hut sein, damit ihm der dynamische Herausforderer André Schürrle nicht den Rang abläuft.
Die Abwehr bleibt die größte Baustelle im DFB-Team. Am deutlichsten wird das auf der rechten Außenbahn. Christian Träsch, Benedikt Höwedes und Jerome Boateng haben zuletzt vorgespielt, nachdem Kapitän Philipp Lahm synchron zum FC Bayern wieder auf die linke Seite gewechselt war. Alle drei Kandidaten sind keine Spezialisten, sondern helfen dort als Allrounder eigentlich nur aus. Ein Favorit ist bislang nicht erkennbar. In der Innenverteidigung werden die Karten neu gemischt, da Routinier Per Mertesacker seine Leidenszeit beendet hat und nun als Abwehrchef von Arsenal London auf höchstem Niveau Spielpraxis sammeln wird. Die Youngster Mats Hummels und Holger Badstuber sollten sich ihres Stammplatzes jedenfalls nicht allzu sicher sein.
Spannend geht es auch im Sturm zu, wo Herausforderer Mario Gomez in diesem Jahr mit fünf Toren und klasse Leistungen endlich der Durchbruch im Nationaltrikot gelungen ist. Aber Miroslav Kloses großes Ziel ist die EM in seinem Geburtsland.
Beim Spielsystem hat der Bundestrainer in jüngster Zeit mit der offensiveren 4-1-4-1-Ausprägung des 4-5-1 eine gute Alternative gefunden, die das deutsche Spiel weniger berechenbar macht. Auch die klassische Zweistürmer-Variante will Löw nicht endgültig in die Fußball-Geschichtsbücher verdammen - gegen ultrakompakt stehende Außenseiter könnte das die perfekte Lösung sein. Allerdings hat die DFB-Elf seit dem EM-Viertelfinale gegen Portugal 2008 nur noch sporadisch mit zwei Angreifern gleichzeitig gespielt.
"Dass wir nicht gegen große Mannschaften gewinnen können, gehört der Geschichte an", sagte der Bundestrainer jüngst. Die Siege über Argentinien, England oder zuletzt Brasilien stützen seine These. Aber noch reicht die Konzentration nicht für neunzig Minuten. Um gegen Spanien wirklich eine Chance zu haben, muss die Mannschaft körperlich und vor allem geistig in der Lage sein, über die gesamte Spielzeit zu dominieren. In Sachen Laufleistung ist das Team schon auf gutem Weg. Die Spieler von Meister Borussia Dortmund dienen als Beispiel dafür, wie Gegner in Grund und Boden gelaufen werden können.
Und zu guter Letzt: Bei den Standards gibt es noch viel Luft nach oben. Ecken und Freistöße sind Fleißübungen, für die in den vergangenen Jahren einfach keine Zeit war. Bei den meist kurzen Treffs musste der Bundestrainer den Schwerpunkt auf Grundlegendes setzen. Nun aber, nach der erfolgreichen Qualifikation, ohne Druck und mit fünf fixen Spielen bis zum EM-Auftakt (sowie bis zu drei weiteren Tests) bleibt genügend Zeit zum Einstudieren. Was das wert sein kann, hat die WM demonstriert: Bei aller Überlegenheit beim Halbfinalsieg über Deutschland hätte Spanien vielleicht vergeblich auf ein Tor gedrängt, wenn Carles Puyol mit seinem wuchtigen Kopfballtreffer nach Eckball Xavi nicht den Bann gebrochen hätte.
Quelle: t-online.de
Kaiser schrieb:
am 5. September 2011 um 21:17:18
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Baustellen ??????
Wir haben den besten Kader seit 20 oder 30 Jahren, fast vergleichbar mit der 72er EURO-Mannschaft, nur noch ein bischen
besser. Alle großen Süd-Amerikanischen Mannschaften sind eindrucksvoll geschlagen worden, einzig Spanien u. Italien, die machen mir Sorgen. Der Trainer kann jetzt u. a. auf 3 Mannschaften zurückgreifen, die in einem Jahr die U17, U19 u. U21 - EUROS gewonnen haben. Jede Pos. ist doppelt abgesichert. Jogi bekommt ein Super-Gehalt, diese goldene Generation muss einen Titel holen.
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sportsfan schrieb:
am 5. September 2011 um 21:13:28
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(14)
zu Uliuli
aha, die pässe von thomas müller kommen nicht an? die tore 5 und 6 gegen österreich hat er entscheident vorbereitet, mein
lieber, hast du tomaten auf den augen gehabt?
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Peter schrieb:
am 5. September 2011 um 20:13:34
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Telekom verbreitet als FCB- Berichterstatten mal wieder FCB- Hochlob
Lahm hat bei der EM 2008 vier Tore verursacht--und als er einmal raus mußte, mußte er weinen---oh der arme
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