27.12.2011, 12:21 Uhr
Für Richard Freitag ist der Millionen-Jackpot bei der Vier-Schanzen-Tournee kein Thema. (Quelle: imago)
Eine Million Schweizer Franken haben die Veranstalter der Vierschanzentournee für vier Siege bei der 60. Auflage ausgelobt, und erstmals jagen die Springer dem prall gefüllten Jackpot hinterher. Doch die Rekord-Prämie, die es für einen Grand Slam gibt, sorgt nicht nur für Begeisterung. "Wenn die Jungs Woche für Woche eine tolle Show bieten, bekommen sie 8000 Euro für einen Sieg. Wenn einer alle vier Springen bei der Tournee gewinnt, bekommt er hundertmal so viel. Diese Spanne ist meines Erachtens bedenklich", kritisierte Bundestrainer Werner Schuster.
Umgerechnet rund 800.000 Euro eines Sponsors kassiert derjenige, der wie Sven Hannawald vor zehn Jahren alle vier Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen gewinnt.
Der deutsche Hoffnungsträger Richard Freitag verschwendet daran jedoch keinen Gedanken. "Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob ich das schaffen kann. Zur Tournee gehören vier Springen, ich habe in meiner Karriere gerade mal eins gewonnen. Von daher verbietet sich solch ein Gedanke", sagte Freitag. Severin Freund hält ebenfalls nicht viel von dem Bonus. "Mich beschäftigt die Prämie überhaupt nicht. Wenn du alle vier Springen bei der Tournee gewinnst, hast du danach einen so starken Werbewert, dass die 800.000 Euro besser auf die Gesamtwertung verteilt werden könnten", meinte der 23-Jährige.
Auch Schuster plädiert für eine Umverteilung. "Wenn sich die besten zehn Springer zusammentun und das Geld aufteilen, hätte jeder 80.000 Euro. Das heißt, sie würden immer noch zehnmal so viel verdienen wie bei einem Weltcup. Es wäre besser, das Gesamtlevel beim Preisgeld anzuheben", sagte der Bundestrainer. Für ihn ist das Ganze eine "gelungene Marketingmaßnahme".
Der viermalige Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz findet es dagegen "fantastisch, dass man die Prämie ausgelobt hat. Das schafft einen großen Anreiz für alle." Er selbst schiele zwar nicht danach, aber "wer es schaffen sollte, der hat es auch verdient, so viel Geld zu kassieren", meinte Ammann und fügte grinsend hinzu: "Gott sei Dank ist die Prämie in Schweizer Franken ausgelobt worden. Da ist sie wertstabil."
Vier Siege bei einer Tournee gelangen bisher nur Sven Hannawald. Für sein Husarenstück im Winter 2001/02 kassierte er vergleichsweise bescheidene 50.000 Euro. Wie jedes Jahr bangt Hannawald um den Bestand seines einmaligen Rekordes. "Ich hoffe natürlich, dass das keiner mehr schafft", sagte er.
Zumindest Jens Weißflog glaubt nicht daran, dass Hannawald sich den Ruhm künftig teilen muss. "Wie schwer es ist, alle vier Springen zu gewinnen, sieht man ja an der Tatsache, dass es in 60 Jahren erst einem gelungen ist", sagte der viermalige Gesamtsieger. Die Aussicht, über Nacht zum (Franken-)Millionär zu avancieren, mache es nicht leichter: "Man kann die Million da unten hinlegen - wenn es nicht läuft, springt man deshalb keinen Meter weiter", so Weißflog.
Quelle: dpa
PeGo schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 20:00:40
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(1)
Skispringen
Woher stammt dieses Geld? Wer kann mal eben locker über 1 Mio. entscheiden? Wahrscheinlich die Funktionäre, die sowieso keinen
Bezug bzw. Realitätssinn zum Geld haben, welches brave Bürger als Fans des Sports von ihrem spärlichen Gehalt entbehren, oder Sponsoren, die dieses Geld auch noch von der Steuer (also der Allgemeinheit) absetzen können. Einfach grausam - und wohl dem, der gewinnt!
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Bodo Ffm. schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 18:04:35
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(5)
4-Schanzen-T.
ohne Moos nichts los!Allein schon daß ein Springer alle 4 Springen gewinnen
muß,ist doch ein werbeträchtiger Gag!Bei der
Ausgeglichenheit der östreichischen Springer,unmöglich,daß einer alle Springen gewinnt!Diese hohe
Prämie wird aber dazu führen,daß Österreich + Schweiz die ersten 6 Plätze
belegen!
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didi schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 17:45:38
(1)
(0)
1Million
Und was ist, wenn sich dieser Blödsinn potenziert und bei Nichtausschöpfen als "Jackpot" in nächste Jahr übernommen wird?
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