30.12.2011, 20:09 Uhr
Erst zuviel Schnee, dann ungeheure Spannung: Das Eröffnungsspringen der 60. Vierschanzentournee in Oberstdorf bot Chaos und Nervenkitzel. Das Podest belegten ausnahmslos Österreicher. Gregor Schlierenzauer siegte vor seinen Landsleuten Andreas Kofler und Thomas Morgenstern. Hinter dem Titelverteidiger wurde Severin Freund als stärkster Springer des DSV Vierter. Stephan Hocke als Achter und Richard Freitag als Zehnter sorgten für ein klasse Mannschaftsergebnis.
Maximilian Mechler wurde vor 20.500 geduldigen Zuschauern 27., Markus Eisenbichler belegte Platz 30. Routinier Martin Schmitt hatte als 46. das Finale der besten 30 im Duell mit dem erst 20-jährigen Eisenbichler verpasst. Der erste Durchgang war wegen Schneefalls und Rückenwindes nach 75 Minuten und 35 Springern abgebrochen und nach einer halbstündigen Pause neu gestartet worden.
Severin Freund folgt einem Trio aus dem Alpenland. Richard Freitag profitiert nach schlechten Wetterbedingungen von einem Neustart. zum Video
Für eine Schrecksekunde sorgte Tom Hilde. Der Zehntplatzierte des ersten Durchgangs stürzte bei 131,5 Metern im zweiten, weil ihm der linke Ski weglief. Der 24-Jährige landete auf dem Gesicht und musste auf einer Trage aus dem Auslauf gefahren werden. Damit ist die Saison für den Norweger offenbar beendet. Hilde brach nach Informationen des norwegischen TV-Senders NRK der achte Wirbel der Wirbelsäule. "Das ist das Schlimmste, was passieren konnte. Die Saison ist für ihn natürlich gelaufen", sagte sein Nationaltrainer Alexander Stöckl.
"Das war ein wirklich guter Auftakt. Drei unter den Top Ten ist schon am oberen Rand. Und Severin war wirklich super. Das Sahnehäubchen wäre gewesen, die drei Zehntel auf den dritten Platz von Morgenstern reinzuholen", sagte Bundestrainer Werner Schuster und schickte vor dem Neujahrsspringen eine Kampfansage an die Österreicher: "Wir wollen irgendwann bei dieser Tournee aufs Podest. Heute haben wir dran gekratzt. Vielleicht können wir das in Garmisch nachholen."
Für den letzten deutschen Podiumsplatz bei der Tournee hatte Schmitt am 4. Januar 2009 in Innsbruck gesorgt. Freund fehlten in dem wegen heftigen Schneefalls zunächst abgebrochenen und am Ende dreieinhalb Stunden währenden Wettbewerb nach Sprüngen auf 129 und 127 Meter nur 0,3 Zähler zu Platz drei. "Das war ein rundum guter Tag. Es passt und macht Spaß", stellte Freund zufrieden fest.
Schlierenzauer feierte mit Weiten von 133 und 137,5 Meter einen überlegenen Erfolg und untermauerte eindrucksvoll seine Ambitionen auf den Gesamterfolg. Auch Kofler lieferte mit 133 und 133,5 Metern eine eindrucksvolle Flugshow, fährt aber schon mit einem Rückstand von 18,1 Punkten auf seinen Landsmann nach Garmisch-Partenkirchen.
Hocke strahlte nach seinem tollen Ergebnis über das ganze Gesicht. "Wenn mir das heute Morgen jemand gesagt hätte, hätte ich das sofort unterschrieben", sagte der 28-Jährige nach Sprüngen auf 122 und 123,5 Meter. Damit lag der Gesamt-Zehnte der Hannawald-Tournee von 2002 sogar vor Freitag.
Der Youngster blieb mit 121 und 122,5 Meter hinter seinen Erwartungen zurück. "Am Ende bin ich mit einem blauen Auge davongekommen. Der Blick auf die Ergebnisliste gefällt mir natürlich besser als zum Anfang, aber es fehlen ein paar Punkte und die Harmonie im Sprung. Da muss mehr Fluss rein", konstatierte der 20-Jährige. Für ihn erwies sich der Neustart dennoch als Glücksfall, denn im abgebrochenen ersten Durchgang wäre die große DSV-Hoffnung ausgeschieden.
Dieses Schicksal ereilte Schmitt, der auch seine zweite Chance nicht nutzte. "Das ist extrem ärgerlich, aber die Sonne wird morgen wieder aufgehen. Ich bin mit mir nicht zufrieden, weil ich mir das ganz anders vorgestellt habe. Bei diesen Bedingungen werden Fehler gnadenlos bestraft", resümierte der 33-Jährige, der nun beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen um den Verbleib in der Tournee kämpfen muss.
Quelle: dpa , dapd , t-online.de
UE50 schrieb:
am 31. Dezember 2011 um 16:29:08
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Schmidt
Auch wenn Schmidts Leistungen momentan nicht für die TOP 10 reichen, sei allen hier gesagt dass er immer noch zu den besten 50 der
Welt gehört. Manch einer der hier seinen Senf dazu gibt hat wohl noch nie auf einem Schanzentisch gestanden, geschweige denn einen Sprung von einer Großschanze gemacht, sonst würden hier nicht so dumme Kommentare zu einem großartigen Sportler und Vorbild abgegeben werden. Danke Martin Schmidt für dieses Vorbild an unsere Jugend.
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Heinz schrieb:
am 31. Dezember 2011 um 16:06:11
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Adler?
Einen Herrn Martin Schmitt würde ich eher als fliegenden Truthahn bezeichnen. Seine Zeit ist lange um. Wie kann man solch eine Lusche
noch mitmachen lassen?
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Manne schrieb:
am 31. Dezember 2011 um 14:12:22
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Vierschanzentournee
Warum werden die Leistungen der deutschen Springer in den Kommentaren nicht gewürdigt ? Der größte Teil der
Fernsehzuschauer folgt schon den Einstellungen der Medien. Nur das Podest zählt ! Das die Pflaume Schmitt schon lange überreif ist sei unbestritten. Was sich hinter den Kulissen des Verbandes abspielt wird uns niemand verraten. Also bleibt die Pfeife.
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