23.10.2011, 09:38 Uhr
Der Moment des schweren Knockouts für Rogelio Omar Rossi: WBO-Weltmeister Marco Huck schickt den Argentinier mit einer rechten Geraden zu Boden. (Quelle: Reuters)
Marco Huck hat in Ludwigsburg den WM-Titel der WBO im Cruisergewicht zum achten Mal verteidigt. Der 26-Jährige schlug seinen argentinischen Herausforderer Rogelio Omar Rossi in der sechsten Runde krachend k. o. Der tapfere Rossi knallte hart mit dem Hinterkopf auf den Ringboden und blieb nach seiner dritten Niederlage als Profi minutenlang liegen und wurde behandelt. Huck feierte in seinem 35. Gefecht seinen 34. Erfolg, 25 davon vorzeitig.
"Es hat alles super geklappt, ich bin Champion geblieben", freute sich Huck bei der ARD. Zuvor hatte sich der frühere Kickbox-Champion vergewissert, dass es seinem Widersacher wieder besser ging. Rossi stand zwar auch noch während der Verkündung des offiziellen Urteils sichtlich wacklig auf seinen langen Beinen, aber er stand.
Dass es davor Momente des Bangens um den Gesundheitszustand des 30-Jährigen gegeben hatte, lag an der bekannt immensen Schlagkraft Hucks. Auf diese konnte sich das alles andere als weltmeisterlich agierende Energiebündel verlassen. Eine rechte Gerade, die Rossi völlig ohne Deckung ungebremst erwischte, machte dem Spektakel ein Ende. Zuvor hatte Rossi bereits vier Mal Bekanntschaft mit dem Ringboden gemacht. Zur Beobachtung musste er nach dem K.o. und seiner kurzen Bewusstlosigkeit für eine Nacht ins Krankenhaus.
"Man sieht ja, wie gut ich drauf bin", erklärte Huck voller überschäumendem Selbstbewusstsein, angesprochen auf seine Pläne, ins Schwergewicht aufzusteigen und die Klitschko-Brüder herauszufordern. "Ich schlage alles kurz und klein, jeden, der sich mir in den Weg stellt."
Sein Trainer Ulli Wegner indes empfahl, "sachlich" zu bleiben. Der erfahrene Coach durchlebte den gewohnten Stress mit seinem schwer zu führenden Schützling und musste zwei Mal in den Ringpausen das Wort "Scheiße" in den Mund nehmen, um dessen Kampfführung ebenso drastisch wie passend zu umschreiben. "Mit den ersten Runden war ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Wegner. Die Distanz habe nicht gestimmt, Huck habe keine Selbstsicherheit und kein boxerisches Können gezeigt. "Das kann doch nicht wahr sein! Reiß' Dich mal zusammen, Mann!", tobte Wegner.
Vor allem schlug Huck nach dem Ende der vierten Runde nach - in Rossis Nacken. Der ging zu Boden und umklammerte Hucks rechte Wade. "Ich habe genau zum Gong zugeschlagen", schilderte der Champion seine Sicht der unfairen Szene. Wegner sagte, Huck habe "in seiner Wucht den Gong überhört, das habe ich schon einmal erlebt." Fest steht: Huck hatte nicht nur in diesem Moment keine wirkliche Kontrolle, schlug wild und ungezähmt drauf los. Dafür kassierte er zwei Punkte Abzug durch den englischen Ringrichter Paul Thomas. Der hatte Rossi in der Runde davor ebenfalls mit einem Punkt Abzug bestraft, wegen Tiefschlagens.
Riss sich Huck am Riemen und folgte Wegners Anweisungen, gab es am Klassenunterschied zum 1,92-Meter-Hünen Rossi keinen Zweifel - aber auch nur dann. Schon in der zweiten Runde hatte Huck Rossi die Nase blutig gehauen, ab der dritten zeigte sich deutlich ein Bluterguss unter dem rechten Auge des Südamerikaners. In dieser dritten musste er auch erstmals zu Boden, allerdings wegen eines Stoßens Hucks. Trotzdem zählte Thomas Rossi an. In Runde fünf dann musste Rossi gleich zwei Mal runter, und es wirkte, als schlüge der 90 Kilogramm schwere Huck ihn gleich k.o. Doch der Gaucho bewies das erwartete argentinische Kämpferherz und hielt sich noch ein paar Minuten.
Dieses Stehvermögen gesellte sich zu seiner Fairness und Ehrlichkeit, Hucks Dummheit des Nachschlagens nicht für eine Disqualifikation auszunutzen. "Ich bin doch hierher gekommen, um zu boxen, nicht, um zu schauspielern", sagte Sportsmann Rossi. "So verstehe ich meinen Sport, und dafür kassiere ich meine Börse." Sein Trainer Luis Barrera sagte anschließend, daran gedacht zu haben, ihn herauszunehmen. "Der Nackenschlag war nicht in Ordnung. Aber es ist sein Kampf", und er habe Rossi die WM-Chance nicht nehmen wollen. "Er wollte weiterkämpfen."
Es war auch diese Szene, die das Publikum dem gebürtigen Bosnier Huck nicht ungeteilt zujubeln ließ, als dieser in seinem Resumee des Geschehens auf dem schmalen Grat zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit den Halt zu verlieren drohte. "Wenn er die ganz Großen im Schwergewicht boxen will", empfahl ihm ARD-Experte und Ex-Halbschwergewichts-Weltmeister Henry Maske, "braucht er ein hohes Maß an Kontrolle und Disziplin."
Quelle: t-online.de
12345 schrieb:
am 23. Oktober 2011 um 19:22:59
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Wieso die Kritik?
Huck macht doch nichts anderes als die Klitschkos, unterlegene Gegner die Böse aussehen, vor dem Kampf großes rumgekotze
und den Burschen dann in ein paar Runden zerlegen. Machen die Klitschkos ja genauso, nur eleganter und nicht so ungehalten wie Huck. Ich gehe sogar soweit und behaupte Hucks Gegner haben deutlich mehr Qualität als die der Herren K. Huck ist jung, ungestüm, ungehobelt, aber mit Kraft. Vitali ist auch kein soo toller techniker, aber Puncher vor dem Herrn, genau wie der Herr Huck
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Micha schrieb:
am 23. Oktober 2011 um 18:47:42
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Huck
Wahnsinn hat einen neuen Namen: Huck ! Lasst Ihn doch ruhig machen und gegen Klitschko antreten,er wird sehen was dann passiert. K.O. in
der ersten hälfte des kampfes und danach Karriere ende.
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Ukido schrieb:
am 23. Oktober 2011 um 18:41:36
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Klopper Huck
Wer diesen wilden DRAUFLOSKLOPPER als Boxer bezeichnet versündigt sich am Boxsport. Herr Wegner, ruinieren Sie sich nicht Ihren guten Namen.
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