24.08.2010, 10:00 Uhr | dpa
Stürmer Almeida wird den Bremern in Genua fehlen. (Foto: imago) (Quelle: imago)
15 Millionen statt ein paar hunderttausend Euro! Madrid, Mailand und Manchester statt Mogiljow und Motherwell! Vor dem Rückspiel bei Sampdoria Genua beginnt bei Werder Bremen das große Zittern, denn nach dem 1:4-Debakel beim Ligastart gab es weitere Schreckensmeldungen: Aaron Hunt und Hugo Almeida sind am Dienstagabend (ab 20.30 Uhr im t-online.de Liveticker) in Genua nach Naldo die Ausfälle Nummer zwei und drei. "Das sind herbe Verluste", sagte Klubchef Klaus Allofs vor dem Rückspiel der Champions-League-Qualifikation. Und Trainer Thomas Schaaf kommentierte: "Das tut uns weh."
Vergeblich warteten die Kollegen am Montagmorgen am Bremer Flughafen auf Hunt. Der neue Regisseur nach dem Verkauf von Mesut Özil wurde wegen eines Infektes ebenso vermisst wie der verletzte Angreifer Almeida. "In der Form des Hinspiels ist er schwer zu ersetzen", sagte Allofs mit Verweis auf den 3:1-Sieg am vergangenen Mittwoch. Er sagte aber auch: "Wir müssen uns nicht in die Hosen machen."
Die Zitterpartie in Genua wird für Trainer Schaaf zum Personal-Puzzle und erfordert möglicherweise taktische Umstellungen. Hoffnungen dürfen sich vor allem der bisher auf der Bank sitzende Nationalspieler Marko Marin und der teure Neueinkauf Marko Arnautovic machen. In der Defensive ist Sebastian Prödl für den langzeitverletzten Naldo gesetzt. Über Hunt sagte Schaaf: "Er fehlt mit seinen Aktionen, die ein Spiel leiten können." Da er nun keinen klassischen Spielmacher mehr im Kader hat, könnte der Coach die Werder-Raute aufgeben und mit zwei Sechsern spielen. "Wir müssen darüber nachdenken", sagte Schaaf.
Die falsche taktische Ausrichtung könnte unterdessen die Antwort auf das Debakel beim Bundesliga-Start in Hoffenheim sein. "Wir müssen erheblich besser spielen", mahnte der Coach. Er bestritt indes, dass sein Team wie eine launische Diva auftrete. "Wir sind weder launisch noch eine Diva", sagte Schaaf. "Wir müssen uns zusammenreißen", forderte Marin, der vor seinem Saisondebüt in der Startelf steht. Der Dribbelkünstler verbreitete vor der Partie beim Vierten der italienischen Serie A Optimismus. "Wir sind immer für ein Tor gut", sagte der Nationalspieler: "Wir müssen unser Spiel spielen."
Dass das Hoffenheim-Spiel Nachwirkungen hat, fürchten die Bremer nicht. "Die Bundesliga ist eine Sache, die Champions League eine andere", sagte Claudio Pizarro. "Ich glaube nicht, dass wir so viele Tore kriegen." Durch das späte Gegentor im Hinspiel hat Werder eine komfortablere Ausgangsposition verpasst. Schon bei einem 2:0 der Italiener wären die Norddeutschen ausgeschieden und dürften nur in der finanziell und sportlich deutlich weniger attraktiven Europa League spielen.
Die Bremer Fans diskutieren über den Abschied von Mesut Özil und die Ablösesumme. zum Video
Quelle: dpa
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