11.02.2012, 18:12 Uhr
Olympiasieger Felix Loch hat seine fantastische Saison gekrönt und bei der Heim-WM den ersten Titel für die deutschen Rodler eingefahren. Der 22-Jährige war in Altenberg einmal mehr nicht zu schlagen und sicherte sich souverän sein drittes WM-Gold nach 2008 und 2009. Hinter Loch landeten der Russe Albert Demtschenko und der entthronte italienische Titelverteidiger Armin Zöggeler auf den Podestplätzen.
Die Thüringer Johannes Ludwig als Vierter und Andi Langenhan als Fünfter verpassten knapp die Medaillen.
Wie im Weltcup, wo Loch nach fünf Erfolgen in sieben Rennen den ersten Gesamtsieg für einen deutschen Rodler seit Georg Hackl vor 22 Jahren im Visier hat, war der Berchtesgadener auch beim Saisonhöhepunkt eine Klasse für sich. Im ersten Lauf schockte der mit Startnummer eins angetretene Olympiasieger die gesamte Konkurrenz mit einem fulminanten Bahnrekord. Im zweiten Durchgang ließ Loch nichts mehr anbrennen und fuhr einen souveränen Sieg ein.
"Ich bin unglaublich glücklich. Der Schlitten, die Tagesfom - es hat alles gepasst, besser hätte es nicht laufen können", sagte der Weltmeister, dem die Unterstützung auf der Tribüne sichtlich beflügelte: "Es waren alle da, von der Oma bis zur Freundin. Da macht das Gewinnen besonders Spaß."
Miit seinem dritten WM-Titel schloss Loch zu seinem großen Idol Georg Hackl auf. Bereits 2008 als jüngster Rennrodler der Geschichte und 2009 hatte Loch WM-Gold gewonnen. Schon jetzt hat er so viele Titel auf dem Konto wie der "Hackl Schorsch", der als deutscher Co-Trainer maßgeblich am Bau und der Einstellung der Schlitten beteiligt ist. "Schlitten-Gott", rief Loch seinem Idol nach dem Rennen zu, Hackl antwortete mit der gleichen Hochachtung: "Sauber, Chef!"
Dagegen erfüllten sich die Medaillenhoffnungen der anderen deutschen Männer nicht. Ludwig glänzte zwar wie gewohnt am Start, musste sich am Ende aber mit dem vierten Rang begnügen. Noch hinter Langenhan kam der im ersten Lauf enttäuschende zweimalige Weltmeister David Möller nur auf den sechsten Platz.
Björn Kircheisen hat seinen ersten Saisonsieg im Weltcup der Nordischen Kombinierer verpasst. Er musste sich bei der Weltcup-Premiere im kasachischen Almaty lediglich Mikko Kokslien geschlagen geben. Der Norweger absolvierte den 10-Kilometer-Lauf in 25:12,7 Minuten und hatte 6,9 Sekunden Vorsprung vor Kircheisen. Dritter wurde Sprungsieger Akito Watabe aus Japan mit 10,6 Sekunden Rückstand.
Johannes Rydzek belegte Platz sieben, Fabian Rießle kam als Elfter ins Ziel. Die Weltcup-Führung verteidigte der Franzose Jason Lamy Chappuis, der in Almaty Vierter wurde.
"Mikko war einfach eine Klasse besser. Das muss man anerkennen", sagte Kircheisen. Dabei war Kircheisen seinem ersten Sieg in diesem Winter so nah wie nie zuvor. Nach einem starken Sprung war der 28-Jährige als Vierter auf die von Kokslien als Motocross-Piste verspottete Langlaufstrecke gegangen. Selbst die Konkurrenz ging von einem Sieg des laufstarken Kircheisen aus.
Starke Vorstellung: Björn Kircheisen wird in Almaty Zweiter.Auf der dürftig präparierten Strecke mit unzähligen Kurven und vielen kurzen, giftigen Anstiegen ergriff Kircheisen nach der Hälfte des Rennens die Initiative. Er löste sich von dem am Ende drittplatzierten Japaner Akito Watabe und suchte sein Heil in der Flucht. "Platz zwei ist natürlich ein Aufwärtstrend, aber das Ziel war heute der Sieg. Da gibt es keine Diskussion", sagte Kircheisen nach seinem vierten Podestplatz des Winters. Am Ende war es jedoch der 41 Sekunden hinter Kircheisen gestartete Kokslien, der auf der dreckigen Piste am Rande eines Steinbruchs am besten zurecht kam und den früheren Vizeweltmeister 200 Meter vor dem Ziel hinter sich ließ.
Über ein Jahrzehnt jagte BobpilotinCathleen Martini diesem Weltcup-Gesamtsieg nach, nun flossen Tränen der Freude. Der Weltmeisterin reichte zum Gewinn der Kristallkugel ein fünfter Rang mit Janine Tischer beim Weltcupfinale in Calgary. Damit löste sie Seriensiegerin Sandra Kiriasis ab. Kiriasis hatte den Wettbewerb zuvor neun Mal nacheinander gewonnen. "Nach zwölf Jahren Bobfahren habe ich endlich diese große Kristallkugel, jetzt kommt ein Haken dran an diese Weltcup-Geschichte und nun kann die WM kommen", sagte Martini.
In der Endabrechnung siegte Martini mit insgesamt 1655 Punkten. In den Jahren 2005, 2008, 2009 und 2011 hatte sie immer jeweils den zweiten Rang belegt. Auf Gesamtplatz zwei hinter Martini fuhr Anja Schneiderheinze. Die Pilotin aus Winterberg wurde in Calgary mit Lisette Thöne Zweite hinter der kanadischen Olympiasiegerin Kaillie Humphries.
Bei den Männern verpasste Manuel Machata vom SC Potsdam hauchdünn seinen ersten Saisonsieg im kleinen Schlitten. Mit einer Hundertstelsekunde Rückstand landete er mit Andreas Bredau auf Rang zwei hinter Beat Hefti. Der Schweizer machte mit dem dritten Saisonsieg seinen zweiten Weltcup-Gesamterfolg im Zweierbob nach 2009 perfekt. Das Podium in Calgary komplettierte der Oberhofer Maximilian Arndt mit Anschieber Kevin Kuske. Der Viererbob-Europameister behauptete in der Endabrechnung auch seinen zweiten Rang hinter Hefti.
"Es war ein spannender Wettkampf, die eine Hundertstel haben wir sicherlich am Start liegengelassen, da war deutlich mehr drin. In der Bahn war ich auf jeden Fall der Schnellste", sagte Machata. Maximilian Arndt war zufrieden mit Platz drei. Damit hat er noch beste Chancen auf den Weltcup-Gesamtsieg in beiden Disziplinen. "Die Startzeit war super, doch im fahrerischen Teil hat es ein wenig geklemmt", sagte Arndt.
Die deutschen Skilangläufer haben im tschechischen Nove Mesto ein gutes Weltcup-Ergebnis abgeliefert. Beim Überraschungssieg des Schweden Johan Olsson, der den Gesamtweltcup-Führenden Dario Cologna (Schweiz) kurz vor dem Ziel abhängte, schaffte Tim Tscharnke mit Platz sieben und 18,20 Sekunden Rückstand seine beste Saisonplatzierung. Hannes Dotzler (25,4 Sekunden zurück) feierte mit Platz 15 das beste Weltcup-Resultat seiner Karriere und landete damit zwei Plätze vor Tobias Angerer (28,4).
Durch seinen zweiten Platz baute Cologna seine Führung im Gesamtweltcup gegenüber seinem ärgsten Konkurrenten Petter Northug deutlich aus. Der Doppel-Olympiasieger aus Norwegen kam mit 25,1 Sekunden Rückstand nur auf den 14. Rang.
Die Norwegerin Marit Björgen hat in Nove Mesto ihren 51. Erfolg im Skilanglauf-Weltcup errungen. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin setzte sich im 15-Kilometer-Massenstartrennen im klassischen Stil in 39:20,3 Minuten durch. Ihre Dauerrivalin im Kampf um den Gesamtweltcup, Justyna Kowalczyk aus Polen, kam vier Sekunden nach Björgen ins Ziel. Dritte wurde 30-Kilometer-Weltmeisterin Therese Johaug aus Norwegen mit 14,3 Sekunden Rückstand. Einen Spurt um Platz 13 lieferten sich Nicole Fessel und Katrin Zeller. Nach Auswertung des Zielfotos lag Fessel 0,2 Sekunden vor ihrer deutschen Teamkollegin.
Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist mit einer enttäuschenden Platzierung in das Weltcup-Wochenende im norwegischen Hamar gestartet. Beim Sieg über die 1500 Meter von Olympiasiegerin und Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden (1:56,99 Minuten) landete die Berlinerin in 2:01,13 Minuten nur auf dem 18. Platz. Zweite wurde mit 0,04 Sekunden Rückstand die Kanadierin Christine Nesbitt vor Wüsts Teamkollegin Marrit Leenstra (1:57,59).
"Claudia war angeschlagen, deswegen war ihre Leistung für uns nicht ganz so enttäuschend", sagte Bundestrainer Markus Eicher zu Pechsteins Auftritt über die von ihr ungeliebte Mittelstrecke. Die 39-Jährige hatte in der vergangenen Woche wegen eines Infekts nicht trainieren können und war die einzige deutsche Starterin.
Eisschnellläufer Moritz Geisreiter hat sich unterdessen beim niederländischen Dreifacherfolg erneut als bester deutscher Langstreckenläufer präsentiert. Der deutsche Meister aus Inzell belegte in 6:32,71 Minuten über die 5000 m den siebten Platz. Der Sieg ging an den Olympiasieger von 2006, Bob de Jong, der in 6:21,23 Minuten knapp vor seinen Landsleuten Sven Kramer (6:21,87) und Jan Blokhuijsen (6:22,47) blieb. Der Sachse Alexej Baumgärtner kam in 6:34,02 Minuten auf den neunten Platz.
Quelle: dapd , sid , dpa
Rudi schrieb:
am 11. Februar 2012 um 18:17:56
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rodeln
Und wieder konnte man jedem Zuschauer die Hand geben. Was für ein Quatsch ( Sport ) : Aber im Zwangsfernsehen müssen wir ja alles
ertragen.Es geht nicht mehr um die Sportart,es geht nur noch darum das ein Deutscher vielleicht auf dem Podest steht.
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