06.06.2009, 11:16 Uhr
Wladimir Klitschko (li.) trifft nun auf Ruslan Chagaev. (Fotos: imago)Das größte Box-Ereignis des Jahres in Deutschland ist gerettet: Weltmeister Wladimir Klitschko hat einen Ersatzgegner für seine am 20. Juni in der Schalker Arena geplante Titelverteidigung gefunden. Der 33 Jahre alte Ukrainer trifft auf den Usbeken Ruslan Chagaev aus dem Hamburger Universum-Stall.
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"Es ist schade, dass David Haye nicht antreten kann. Aber jetzt schaue ich nach vorne und freue mich mit Ruslan Chagaev auf eine besondere sportliche Herausforderung. Ruslan ist WBA-Weltmeister und ein absolut erfahrener und schwerer Gegner. Zudem muss ich mich innerhalb kürzester Zeit von einem Normal- auf einen Rechtsausleger umstellen", sagte der IBF-, WBO und IBO-Weltmeister im Schwergewicht. Für Rechtsausleger Chagaev ist dagegen ein Normalausleger als Gegner Normalität - auch Nikolai Walujew, gegen den Chagaev eigentlich boxen wollte, ist Normalausleger.
Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder wollte seine Titel auf Schalke ursprünglich gegen Haye verteidigen. Der Brite sagte jedoch in dieser Woche verletzungsbedingt ab. Für den Kampfabend in der Arena des Fußball-Budesligisten Schalke 04 sind bereits rund 57.000 Karten verkauft worden.
Angebliche AnsteckungsgefahrKampfverbot für Chagaev in Helsinki
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Nach Hayes Absage hatte Klitschko die Qual der Wahl. Laut Bernd Bönte, Geschäftsführer der Klitschko Management Group (KMG), lag innerhalb weniger Stunden "mindestens ein Dutzend Angebote" aus aller Welt vor. So hatten auch die Olympiasieger Alexander Powetkin (Russland) und Odlanier Solis (Kuba) ihre Bereitschaft erklärt, sofort gegen Klitschko anzutreten. Auch Walujew, neben Chagaev der zweite aktuelle WBA-Champion, war im Gespräch, sagte aber ab.
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So fiel die Wahl auf den 30 Jahre alten Usbeken, der eigentlich am 30. Mai in Helsinki eine WBA-WM gegen Walujew boxen wollte, um die Titelfrage zu klären. Der Kampf fiel jedoch aus, weil Chagaev einen Tag vor dem Duell nach einer Blutuntersuchung von den Ärzten Startverbot erhielt. Ihm wurden Hepatitis-Erreger nachgewiesen. Die Entscheidung löste eine anhaltende kontroverse medizinische Debatte aus.
Die WBA hat sich zu Konsequenzen aus der Absage noch nicht geäußert. Momentan sind sowohl Walujew als auch Chagaev Weltmeister des Verbandes. Das in der finnischen Hauptstadt ausgefallene Duell sollte den Sieger zum alleinigen WBA-Titelträger machen.
Wladimir Klitschko hatte in dieser Woche erklärt, keine Bedenken für einen Kampf gegen Chagaev zu haben. Ansteckungsgefahr befürchtet er nicht. Er sei gegen Hepatitis geimpft und würde sich zur Sicherheit nach dem Kampf nochmals impfen lassen, sagte Klitschko. Zudem hat der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) bereits signalisiert, dass Chagaev in Deutschland boxen darf, obwohl er Träger des Hepatitis-B-Antigens ist.
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Quelle: dpa
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