29.06.2008, 15:16 Uhr
Sepp Blatter hält noch an Südafrika als WM-Gastgeber 2010 fest. (Foto: imago)Die Warnung war deutlich. Sollte Südafrika seine Probleme bis zum Konföderationen-Pokal im kommenden Sommer nicht in den Griff bekommen, droht die FIFA mit der Neuvergabe der WM 2010. Auf die Frage, wann spätestens der Zeitpunkt gekommen sei, die WM in ein anderes Land zu vergeben, falls Südafrika doch nicht die Voraussetzungen erfülle, sagte Verbandschef Sepp Blatter: "Nach dem Confed Cup würde das sein."
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Der FIFA-Boss erklärte wie schon oft zuvor, dass nur eine Naturkatastrophe eine Austragung der WM am Kap der Guten Hoffnung verhindern könnte. "Im Moment müsste schon ein Erdbeben passieren, damit die WM nicht in Südafrika stattfinden kann. Aber ich wäre ein fahrlässiger FIFA-Chef, wenn nicht ein Plan B in der Schublade wäre." Allerdings weiß Blatter nur zu gut, dass das Land nicht gerade zu den am meisten gefährdeten Regionen der Welt gehört was Erdbeben anbelangt.
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Große Sorgen bereitet der FIFA die innenpolitische Lage in Südafrika. Die anhaltenden Rassenunruhen und die Vertreibung zehntausender Einwanderer überschatten derzeit die Vorfreude auf die erste WM auf dem schwarzen Kontinent. Die WM müsse mehr sein als nur das Austragen von 64 Partien. "Wenn wir als FIFA wie ein Zirkus nach Südafrika kommen, Zelte aufstellen, dann spielen und wieder weggehen, dann hat diese WM keinen Sinn", sagte Blatter.
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Es gehe vielmehr "um die Nachhaltigkeit so einer Veranstaltung". Blatter forderte die südafrikanische Regierung auf "sich einzubringen, damit die WM ein Erfolg wird". Insbesondere das Thema Sicherheit falle in den Zuständigkeitsbereich des Gastgeberlandes. Aber dies ist nicht Südafrikas einziges Problem. Sorgenfalten bereitet zudem die völlig unzureichende Stromversorgung. Auch der anstehende Präsidentenwechsel im Jahr 2009 trägt nicht zur Stabilisierung des Landes bei.
Dagegen sollen nach Blatters Worten der Stadionbau und die Infrastruktur den Ansprüchen einer WM genügen. "Die Stadien werden rechtzeitig fertig sein und nach der WM auch für andere Veranstaltungen genutzt. Auch an der Infrastruktur wird intensiv gearbeitet. So werden die Fluggesellschaften Routen anbieten, damit die Fans zu den Spielen hin- und zurückkommen", erklärte der FIFA-Chef.
Sollte der Weltfußballverband Südafrika die Titelkämpfe 2010 abnehmen, stünde ein Ersatzausrichter bereit. Die USA haben sich bereits angeboten. Aus Sponsoren-Sicht wäre das Land ein interessanter WM-Gastgeber. Im vergangenen November hatte Blatter auch Deutschland nach der hervorragend organisierten WM 2006 als Ersatzausrichter ins Gespräch gebracht. Doch der Deutschen Fußball-Bund (DFB) winkte ab.
Quelle: dpa
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