11.06.2011, 19:53 Uhr
Die deutschen Handballerinnen haben ihre letzte Chance für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft Ende Dezember in Brasilien eiskalt genutzt und sich alle Chancen für Olympia 2012 in London erhalten. Das Team von Bundestrainer Heine Jensen gewann das entscheidende Play-off-Rückspiel gegen Ungarn in Györ souverän mit 27:22 (14:12). Das Hinspiel hatte die DHB-Auswahl 26:24 gewonnen. Beste deutsche Werferinnen vor 3500 Zuschauern in der ausverkauften Halle "Magvassy Mihaly" waren neben einer starken Katja Schülke im Tor (20 Paraden) Nadja Nadgornaja (8/5) vom Thüringer HC und Stephanie Melbeck vom Buxtehuder SV (4).
"Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Wir hatten eine sehr solide Defensive. Es war toll zu sehen, wie sich alle für das Team eingebracht haben. Wir sind sehr froh - jetzt haben wir das erste Ziel erreicht", sagte Jensen. Auch die überragende Schülke war hochzufrieden: "Ich bin so stolz auf diese Mannschaft. Wir haben Ungarn den Zahn gezogen und fahren ganz verdient zur WM."
In der Hölle von Györ behielten die deutschen Spielerinnen die Nerven und starteten selbstbewusst. Spielmacherin Kerstin Wohlbold vom Thüringer HC führte klug Regie und hielt das Tempo hoch. So lag ihr Team nach neun Minuten erstmals mit zwei Toren in Front (4:2). Doch ganz stark präsentierte sich zunächst Ungarns Weltklasse-Torfrau Katalin Palinger. So arbeitete sich der Olympia-Vierte wieder heran und erzielte nach einer Viertelstunde die erste Führung (6:5). In dieser Phase schlichen sich immer mehr Fehler ins deutsche Spiel ein. Aufgrund von Konzentrationsschwächen blieb das Team fast fünf Minuten ohne Torerfolg.
Doch angetrieben von einer starken Torhüterin Schülke rappelte sich das DHB-Team wieder auf und sorgte in der 29. Minute beim Stand von 14:11 für die erste Drei-Tore-Führung. Nach dem Wechsel erhöhte das Jensen-Team den Vorsprung bis zur 35. Minute auf 17:12 - da waren es in der Gesamtrechnung schon sieben Tore Vorsprung. Nachdem Nadja Nadgornaja ihr drittes Rückraumtor erzielte, wurde Palinger beim Stand von 20:13 (38.) entnervt ausgewechselt.
Der neue Bundestrainer hatte bereits vor Anpfiff angekündigt, den breiten Kader zu nutzen. "Das ist einfach Wahnsinn. Ein Superteamgeist. Es hat einfach Spaß gemacht. Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagte die erfahrene Melbeck.
So wechselte der 34-jährige Däne Jensen, der mit dem Nationalteam nach vier Siegen und einem Remis weiter unbesiegt ist, munter durch. Erneut wurde er von seinen Liga-Kollegen Renate Wolf (Leverkusen), Dirk Leun (Buxtehude) und Dietmar Schmidt (Frankfurt/Oder) unterstützt.
Quelle: dpa
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