09.11.2009, 10:21 Uhr
So sah es nach einer Attacke von Hooligans im Oktober in einem Schweizer Zug aus. Nun wurde von Unbekannten ein Zug in Weddel angegriffen. (Foto: imago) Mit Eisenstangen, Baseballschlägern, Latten und Steinen haben 20 bis 30 vermummte Gewalttäter auf dem Bahnhof Weddel östlich von Braunschweig einen mit Fußballfans von Hannover 96 besetzten Regionalzug demoliert. Die noch unbekannten Angreifer richteten dabei nach Angaben der Bundespolizei vom Montag erheblichen Sachschaden an.
Wie durch ein Wunder sei niemand verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Vorfall hatte sich bereits am Samstagabend ereignet. Es gebe Hinweise darauf, dass es sich bei den Angreifern um Fans von Eintracht Braunschweig handelt.
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Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, distanziert sich Eintracht Braunschweig von den Vorfällen. "Was genau in Weddel passiert ist und ob die Personen im Zusammenhang mit der Braunschweiger Fanszene stehen, wird noch geprüft. Wir stellen klar, dass jede Form von Gewalt von uns abgelehnt wird und dass wir diesen Weg gemeinsam mit unserem Fanbeauftragten und dem Braunschweiger Fanprojekt weiter beschreiten", sagte Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.
Bei der Attacke in Weddel wurden ein Waggon und Teile des Bahnhofes verwüstet. Nach Angaben eines Bahnsprechers belief sich der Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro. Eine vergleichbare Attacke auf einen Zug sei ihm nicht bekannt, sagte er. Mehr als 30 Beamte der Bundespolizei verhinderten eine direkte Konfrontation zwischen den beiden Gruppen. Rund 130 Anhänger von Hannover 96 waren auf dem Heimweg von einem Auswärtsspiel ihrer Regionalligamannschaft in Babelsberg (0:1). Weil etwa die Hälfte dieser Fans als gewaltgeneigt gelte, seien sie von 35 Beamten der Bundespolizei begleitet worden, sagte ein Polizeisprecher.
Als der Zug, in dem sich auch andere Reisende befanden, kurz vor 21.00 Uhr am Haltepunkt Weddel stoppte, griffen die Hooligans an. Sie hatten sich zuvor im Schutz der Dunkelheit in der Nähe versteckt. Die Gewalttäter warfen Steine und zerschlugen mehrere Waggon-Fenster. Anschließend schleuderten sie Rauchkörper ins Innere. Ein Teil der 96-Fans habe mit einem Gegenangriff auf die Attacke reagieren wollen, sagte der Polizeisprecher. Die Beamten, hinter denen stark verängstigte mitreisende Kinder und Jugendliche Schutz suchten, konnten die aggressiven Gruppen aber voneinander fernhalten.
Derweil hatte es am Wochenende nach dem 4:0-Sieg von Dynamo Dresden beim FC Carl-Zeiss Jena in der Jenaer Innenstadt mehrere Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen gegeben. 15 Fans waren vorübergehend festgenommen worden. Gegen acht Dynamo- Anhänger wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung gestellt. Gut eine Woche zuvor war es in der Oberliga-Nordost zwischen dem FSV Zwickau und dem FC Erzgebirge Aue II (0:0) zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Gewalttätigen und der Polizei mit 36 Verletzten, darunter elf Polizisten, gekommen.
Quelle: dpa
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